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Atheismus – in neuer Gestalt?

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Wolfgang Klausnitzer and Bernd Elmar Koziel

Während in der letzten Zeit viel von der «Wiederkehr der Religion(en)» die Rede war, sieht sich die Öffentlichkeit in westlichen Ländern zugleich mit einem unvermuteten Wiedererstarken eines eigentlichen Atheismus konfrontiert. Unter der seit 2006 verbreiteten Bezeichnung «Neuer Atheismus» melden sich Protagonisten oft lautstark und bekenntnishaft zu Wort: mit Berufung auf das aktuelle wissenschaftliche Weltbild behaupten sie die Unterlegenheit und Unhaltbarkeit jeder Orientierung, die im Sinne des Christentums und anderer Weltreligionen mit einer transzendenten Wirklichkeit rechnet. Stattdessen propagieren sie eine vollständig «naturalistische» Weltsicht. Eine angemessene Auseinandersetzung hat die heute vorgebrachten Argumente zu erwägen, sie aber auch in den Kontext der Religionskritik früherer Jahrhunderte zu stellen: Sie wird für ihren Teil das Gespräch anbieten, aber auch christlich Position beziehen.

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5. Glaubenspraktischer Umgang mit den„Neuen Atheismen“ naturalistischer Ausprägung

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213 5. Glaubenspraktischer Umgang mit den „Neuen Atheismen“ naturalistischer Ausprägung 5.1. Der „Neue Atheismus“ als szientifischer Natura- lismus „Seit kurzem schwappen aus dem angelsächsischen Bereich die ersten Wellen eines ’New Atheism’ nach Deutschland, der in seinen Ursprungsländern als ei- ne rasant anschwellende Bewegung wahrgenommen wird und sich selbst auch so darstellt. Der nun anstehende systematische Streit mit dem ’Neuen Atheis- mus’ muss philosophisch und theologisch geführt werden.“ So notierte Klaus Müller im Jahr 2007 in der „Herder-Korrespondenz“1 und machte damit in Deutschland eine breitere christlich orientierte oder interessierte Leserschaft mit einem „neuen“ Phänomen bekannt2, das im angloamerikanischen Raum schon seit dem Vorjahr 2006 – dem Datum der Veröffentlichung einschlägiger Werke von Richard Dawkins, Daniel Dennett und Sam Harris3 einerseits, sowie dem Aufkommen des Begriffs „New Atheism“ andererseits4 – Wellen schlug. Doch wird man ebenso um wenige Jahre zurück- wie um einige Monate vo- rausgreifen müssen, um sich ein Bild dieser „Bewegung“ machen zu können: Zu deren begründenden Beiträgen zählt ein bereits 2004 erschienenes Buch von Harris5 gleichermaßen wie eine Schrift von 2007, mit der sich Christopher Hit- 1 Klaus Müller, Neuer Atheismus?, Alte Klischees, aggressive Töne, heilsame Provokatio- nen, in: HerKorr 61 (2007) 552–557, 552. Ähnlich nun ders., Glauben – Fragen – Den- ken, Bd. 3: Weisen der Weltbeziehung, Münster 2010, 350. 357 bzw. 347–363. 2 Eine Kurzfassung unserer nachstehenden Überlegungen erschien unter dem Titel „Vom glaubenspraktischen Umgang mit den Neuen Atheismen. Systematische...

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