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«Es geht um die Menschen»

Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mittelalters für Gerhard Fouquet zum 60. Geburtstag

Edited By Harm von Seggern and Gabriel Zeilinger

Zum 60. Geburtstag Gerhard Fouquets im November 2012 überreichen ihm seine Kieler Schülerinnen und Schüler diesen Band. Die darin enthaltenen Beiträge zeigen die vielfältigen Impulse, die Gerhard Fouquet als Hochschullehrer und Forscher bereits gegeben hat. «Es geht um die Menschen» – damit fordert er immer wieder auf, dass die Menschen des Mittelalters als Individuen und als soziale Gruppen in den Strukturen, Prozessen und Institutionen sicht­bar gemacht werden sollen. Gerhard Fouquet hat dies in unzähligen Büchern und Aufsätzen auf viele Untersuchungsfelder und Fragestellungen angewandt. Dabei hat er die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die er seit 1996 in Kiel mit dem Schwerpunkt Mittelalter vertritt, auch um alltags-, umwelt- und wahrnehmungsgeschichtliche Ansätze erweitert – Forschungsstränge, die seine Schülerinnen und Schüler aufgenommen haben, wie dieser Band zeigt.

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Anna Paulina Orlowska: Zwei Brüder – zwei Städte. Die Nürnberger Gebrüder Geier in Danzig

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102 Gunnar Meyer IV. Schluss Die beiden Klöster, deren häufige Berücksichtigung in Lübecker Testamenten Anlass zu dieser Untersuchung gab, weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf: Beide sind Niederlassungen schnell wachsender Orden, deren Klöster am Beginn des 15. Jahrhun- derts auch in größerer Entfernung von Lübeck aus wahrgenommen werden. In beiden Fällen war Lübeck offenbar in die Gründungsplanung involviert, auch wenn sich die Lübecker Beteiligung im Einzelnen nur teilweise rekonstruieren lässt. Und in beiden Fällen schlug sich das Interesse der Lübecker an den Neugründungen auch darin nie- der, dass Angehörige von Ratsherren in die Klöster eintraten. Funktional sind die betrachteten Klöster eher mit den existierenden Feldklöstern der Umgebung zu vergleichen als mit den Lübecker Stadtklöstern, die für die Bürger neben seelsorgerischen auch kommunikative und repräsentative Funktionen erfüllten. Das Brigittenkloster Marienwolde hat Söhne und wohl auch Töchter Lübecker Bürger aufgenommen und kam damit prinzipiell als Alternative sowohl zum Johannis- kloster als auch zu den übrigen Frauenklöstern, in denen sich Lübeckerinnen nachwei- sen lassen, in Frage. Auch in der Ahrensböker Kartause haben Lübecker Aufnahme gefunden. Der Umfang, in dem Lübecker bei den Klöstern um Gebetsgedenken nach- gesucht haben, ist damit aber nicht plausibel erklärt. Der Text der Testamente bleibt eine solche Erklärung ebenfalls schuldig. Die Erklärung für den umfangreichen Nie- derschlag der beiden betrachteten...

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