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To and fro in shadow – by way of neither

Grundlegung der literarischen Hermeneutik am Beispiel der Werke Samuel Becketts

Stefan Schenk-Haupt

Noch immer umgibt Samuel Becketts Werke der Nimbus des Rätselhaften – trotz aller Bemühungen der Literaturkritik, auch im Rahmen der Neuen Literaturtheorien. Dem entgegen, unternimmt die Studie erstmals eine hermeneutische Untersuchung der Texte. Sie setzt voraus, Beckett habe dem Leser alle zu ihrem Verständnis notwendigen Mittel an die Hand gegeben: zwar nicht in einem Text allein, wohl aber in der internen Dialogizität der Texte untereinander. Die Studie entwickelt hierfür einen eigenen Interpretationsansatz, der die historischen Voraussetzungen der Hermeneutik sowie die produktive Abgrenzung zum Poststrukturalismus verarbeitet. In der hermeneutischen Anwendung zeigen sich überraschend konsistente Motivstrukturen und Aussagemomente, und Becketts Schaffen erweist sich als ein geschlossenes literarisches System, welches seine eigenen Möglichkeiten konstruktiv im Ausschlußprozeß des ‘weder … noch’ erschöpft.

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Samuel Beckett: Les Deux Besoins – Die zwei Bedürfnisse

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485 Samuel Beckett Les Deux Besoins – Die zwei Bedürfnisse* „Und der Apotheker … wundert sich: ‚Ich habe zwei große Rinder in meinem Stall. Zwei große weiße Rinder. …‘ Sénécal legte ihm die Hand auf den Mund, er mochte nicht die Unordnung.“ (Gustave Flaubert. L’Education Sentimentale) Es gibt zweifellos nur den Künstler, der schließlich die monotone Zentralität ein- sieht [von dem], was jeder will, denkt, macht und erleidet, was ein jeder ist (und, wenn man so will, den wenigen, für die er existiert, Einsicht in diese verschafft). Er hört (dann) gar nicht auf, sich dem zu verschreiben, selbst wenn er es noch gar nicht bemerkt, aber [noch] bevor er akzeptiert hat, rein gar nichts [mehr] zu sehen. Am Ende muß er es einsehen. Sie bewegte sich aber doch, die Wiege des Galileo. Von diesem Ausgangspunkt, um den zu drehen sich der Künstler bewußt wer- den muß – wie die Monade, ohne Makel [erreur], um sich selbst – kann man natür- lich nicht sprechen, ohne die Idee zu verfälschen, eben wie von jedem anderen sub- stantiellen Gebilde. Das ist es, was ein jeder nach seiner Fasson macht. Das Be- dürfnis648 benennen, das geschieht auf die eine Art649 wie auf die andere. Die anderen, die unzähligen Tore [béats]650 und geistig Wohlbehaltenen, be- achten es nicht. Sie können sich noch so sehr um denselben Sachverhalt bemühen, sie nehmen alles [les lieux] so, wie sie es vorfinden, sie...

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