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Modernhebräisch und Deutsch

Kontrastive Analyse der Prosodie in interkulturellen Kommunikationssituationen

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Marit Fiedler

Modernhebräisch und Deutsch wurden bislang in keiner Studie kontrastiv analysiert: und das, obwohl die Länder, in denen diese Sprachen gesprochen werden – Israel und Deutschland –, durch eine tragische, aber auch fruchtbringende Vergangenheit miteinander verbunden sind. Ziel der Arbeit war es daher, erstens das Modernhebräische soziolinguistisch, genetisch und typologisch zu beschreiben. Zweitens galt es, die prosodischen Merkmale dieser Sprache im Vergleich zum Deutschen zu erörtern. Schließlich wurden drittens empirisch die prosodischen Auffälligkeiten modernhebräischer Muttersprachler im Deutschen analysiert. Methodisch lag dabei der Schwerpunkt auf auditiven Analysen sowie auf Methoden der Feldforschung, der Soziolinguistik und der Gesprächsanalyse.

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4 Terminologische und methodische Überlegungen

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Im folgenden Abschnitt gilt es den Terminus Prosodie m it Hilfe einer Definition zunächst grundlegend zu beschreiben. Das kann nur gelingen, wenn eine klare Ausdifferenzierung der verschiedenen, mit der Prosodie in Verbindung stehen­ den, Termini vollzogen wird. Dies betrifft vor allem die Begriffe Intonation und Suprasegmentalia, die einerseits zum Terminus Prosodie synonym verwendet werden und andererseits, je nach wissenschaftlichem Forschungsinteresse, von­ einander abweichend definiert werden. Hirschfeld (1998, 77) bemerkt dazu, dass hinsichtlich der Terminologie keine Einheitlichkeit vorliegt. Einerseits werden gleiche Termini für verschiedene Phänomene genutzt, andererseits beschreiben verschiedene Begriffe gleiche Phänomene. Manchmal überlappen sich die zahl­ reichen Termini in Bezug auf die Beschreibung des Phänomenbereichs. Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit sollen die Begriffe Prosodie, Into­ nation und Suprasegmentalia jedoch synonym verwendet werden (Kranich 2003, 15; Neuber 2002, 20), wobei die Terminologie und die präzisere Definiti­ on in diesem Kapitel zu beschreiben und darzulegen ist. Grundlegend unterscheidet sich die Definition von Prosodie vor allem nach je ­ weiliger (historischer) Forschungstradition und dem damit verbundenen For- schungs- und Interpretationsansatz. Dieser kann zum einen eher theoretisch-in­ trospektiv geprägt sein und phonologisch-sprachstrukturalistisch beschreiben und interpretieren sowie auch als Modell konstruierende Forschung bezeichnet werden (Ladd/Cutler 1983, 1). Zum anderen legt er eher einen empirisch-phäno­ menologisch und damit oft einen akustisch-auditiven Beschreibungs- und Inter­ pretationsrahmen zu Grunde (Neuber 2002, 20) und ist daher generell den M es­ sungen betreibenden Forschungen zuzurechnen (Ladd/Cutler 1983, 1). Jedoch ist diese wissenschaftshistorische „Trennung zwischen theoretisch-deskriptiver Phonologie und akustisch-experimenteller Phonetik [...] inzwischen fast voll...

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