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ACTA GERMANICA

GERMAN STUDIES IN AFRICA- Jahrbuch des Germanistenverbandes im südlichen Afrika- Journal of the Association for German Studies in Southern Africa- Band/Volume 40/2012

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Edited By Carlotta von Maltzan

Der erste Teil des Bandes versammelt drei Beiträge, die unterschiedliche Bezüge zu Afrika herstellen. Der Roman Im Kongo des Schweizer Autors Urs Widmer wird als alternative Lesart zu Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte vorgestellt, das Stück Peggy Picket sieht das Gesicht Gottes von Roland Schimmelpfennig als problematisches Verhältnis zwischen westlicher und afrikanischer Welt diagnostiziert, während sich der dritte Beitrag mit unterschiedlichen Vorstellungen des Rechts in Grimmschen und afrikanischen Märchen befasst. Der zweite Teil präsentiert allgemeine Beiträge, wie eine entwicklungspolitische Lektüre von Storms Novelle Der Schimmelreiter, eine eingehende Untersuchung von Texten der bislang wenig bekannten Autorin Veza Canetti sowie einen Beitrag über das «Glücksverlangen» des Menschen, das in Brechts Literaturproduktion und seinen theoretischen Schriften einen zentralen Platz einnimmt. Weitere Beiträge befassen sich mit literarischen Strategien zur Enthüllung politischer Verbrechen, dem Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Erzählstrukturen und metafiktionalem Erzählen, und schließlich mit einer Untersuchung zur Sprachen- und Distributionspolitik für audiovisuelle Medien in Europa. Im dritten Teil und letzten Teil wird von einigen Lehr- und Forschungsbereichen berichtet, um zu zeigen, wie sich in der Nachfolge des Kolonialismus ein emanzipiertes Germanistikstudium im afrikanischen Kontext behaupten kann.
The first part of this edition comprises three contributions with different perspectives on the African continent. Swiss writer Urs Widmer’s novel Im Kongo is the lens through which Hegel’s Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte is being viewed; Roland Schimmelpfennig’s play Peggy Picket sieht das Gesicht Gottes is read as diagnostic text highlighting the differences between Western and African worlds; and a comparative analysis of Grimms’ and African fairy tales finds different ideas concerning justice at work in the respective moral orders. The second and more general part of this edition presents a reading of Storm’s novella Der Schimmelreiter from the vantage point of development politics; a detailed analysis of texts by hitherto largely unknown writer Veza Canetti; and reflections on the theme of the quest for the good life as it features centrally in Brecht’s literary and theoretical writings. Further contributions deal with literary strategies for the disclosure of politically motivated crimes; with the relationship between different structures of narrative and metafictional narration; and with an investigation of language- and distribution policies pertaining to audiovisual media across the European continent. The third and last part of this edition reports on some teaching and research fields opening possibilities, guided by emancipator visions, for German Studies in post-colonial African contexts.

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Vergleichende Analyse zu Rechtsvorstellungen ineinigen westafrikanischen und deutschen Märchen der Brüder Grimm: MENSAH WEKENON TOKPONTO

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Vergleichende Analyse zu Rechtsvorstellungen in einigen westafrikanischen und deutschen Märchen der Brüder Grimm MENSAH WEKENON TOKPONTO Université d´Abomey-Calavi Abstract Comparative analysis of judicial processes in selected West African and German fairy tales by the brothers Grimm By examining and comparing selected German and West African fairy tales, this paper investigates how judicial processes are dealt with in these oral narratives. The focus lies on the judicial processes, on the subjective and objective judgments often passed by kings or even by animals as representatives of the law. Questions of jurisdiction and of justice, however, are evaluated differently in fairy tales, thereby highlighting parallels and differences between Western and African oral narrative traditions. Einleitung In allen Gemeinschaften und Gesellschaften der Welt leben die Menschen schon seit Urzeiten nach bestimmten Normen, Regeln und Gesetzen. Sie haben sich innerhalb ihrer Gemeinschaft Rechte und Pflichten zugeschrieben, nach denen sie handeln. Doch der Missbrauch dieser Rechte durch bestimmte Menschen führt oft zu Ungerechtig- keiten in der Gesellschaft. Dennoch sehnen sich alle Menschen nach einem gerechteren Leben in einer Gesellschaft, in der Glück, Harmonie und Frieden herrschen sollen. Das kann nur gelingen, wenn alle die Rechte beachten und diejenigen bestraft werden, die die Rechte der anderen mit Füßen treten. Wir wissen aber auch, dass in unserer alltäglichen Lebenswelt die vollkommene Gerechtigkeit eine Utopie ist und bleibt, da die geltenden Rechtsprinzipien nicht immer eingehalten werden und Recht oft nicht unparteiisch gesprochen wird. Wenn die Rechtsfrage beziehungsweise die Gerechtig- keitsfrage im wirklichen...

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