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Translationswissenschaftliches Kolloquium II

Beiträge zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft (Köln/Germersheim)

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Edited By Barbara Ahrens, Silvia Hansen-Schirra, Monika Krein-Kühle and Michael Schreiber

Nach dem Erscheinen des Bandes Translationswissenschaftliches Kolloquium I (2009) geht die Veröffentlichung von Beiträgen zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft in die zweite Runde. Die Beiträge dieses Bandes basieren wiederum auf Vorträgen, die am Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der Fachhochschule Köln sowie am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim gehalten wurden. Der Band ist den folgenden Rahmenthemen gewidmet: Translation und Philosophie, Community Interpreting: Dolmetschen im medizinisch-sozialen Bereich, Translationstechnologien, korpusbasierte Translationswissenschaft sowie multimediale Übersetzung.

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Jens Kertscher: Unbestimmtheit der Bedeutung – Unbestimmtheit der Übersetzung: Translationstheoretische Einsichten in der analytischen Philosophie

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103 Jens Kertscher Unbestimmtheit der Bedeutung – Unbestimmtheit der Übersetzung: Translationstheoretische Einsichten in der analytischen Philosophie 1 Sprache als Thema in der analytischen Philosophie Der Sammelname „analytische Philosophie“ bezeichnet heute eine vor allem in der angloamerikanischen Welt verankerte Strömung der akademischen Philoso- phie. Die Bezeichnung ist allerdings nicht mehr besonders aussagekräftig: Weder lässt sich damit eine bestimmte, von allen so genannten analytischen Philoso- phen verwendete Methode assoziieren, noch verbinden sie gemeinsam akzeptier- te inhaltliche Auffassungen. Allenfalls könnte man die Bezugnahme auf einen spezifischen Autorenkanon, eine gemeinsame Texttradition also, sowie die Beru- fung auf bestimmte argumentative Standards wie Klarheit und begriffliche Präzi- sion als verbindende Merkmale nennen.1 Das war in der Gründungsphase dieser philosophischen Strömung, die sich dann als eine der wirkungsmächtigsten des 20. Jahrhunderts etablieren konnte und inzwischen zum akademischen mainstream gehört, durchaus noch anders. Daran erinnert die im deutschsprachi- gen Raum manchmal noch begegnende Bezeichnung sprachanalytische Philoso- phie.2 Die im Epitheton anklingende Bezugnahme auf Sprache verweist auf ein bestimmtes Programm, das sich vor allem die erste Generation analytischer Phi- losophen am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Fahnen ge- schrieben hat. Charakteristisch für dieses Programm sind Äußerungen wie dieje- nigen Ludwig Wittgensteins: „Alle Philosophie ist Sprachkritik“ (Wittgenstein 1989a: Satz 4.0013) oder auch: 1 Aber auch dieser Versuch ist nicht besonders aussagekräftig, da auch Philosophen ande- rer Richtungen (wenn man vielleicht einmal von einigen so genannten „radikalen Ver- nunftkritikern“ absieht) für sich in Anspruch...

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