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Fair Value-Bewertung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS

Objektivierungsmöglichkeiten und -grenzen

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Ashkan Kalantary

Immaterielle Vermögenswerte fungieren zunehmend als Übernahmeziele im Rahmen anorganischer Wachstumsstrategien bei Unternehmenszusammenschlüssen. Im Zuge der Kaufpreisallokation erfolgt die bilanzielle Abbildung dieser Werttreiber zum Fair Value. Allerdings gehen mit der Fair Value-Bewertung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS erhebliche Ermessensspielräume einher. Ziel dieser Untersuchung ist es, diese Ermessensspielräume aufzudecken und innerhalb des durch die Standardsetter vorgegebenen Regulierungskorsetts Objektivierungsmöglichkeiten und -grenzen zu untersuchen. Hierbei wird auf interdisziplinäre Forschungsergebnisse, die bei der Bewertung immaterieller Vermögenswerte bisher vernachlässigt wurden, zurückgegriffen.

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C. Fair Value-Bewertung immaterieller Vermögenswerte aufGrundlage des kapitalwertorientierten Verfahrens

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115 C. Fair Value-Bewertung immaterieller Vermögenswerte auf Grundlage des kapitalwertorientierten Verfahrens I. Bewertungsrelevante Grundlagen und Voraussetzungen 1. Verzerrung der glaubwürdigen Darstellung Die Grundlage einer glaubwürdigen Darstellung im korrespondenztheoretischen Sinne ist die Herstellung einer weitestgehend tatsachengetreuen Abbildung eines Bilanzierungssachverhalts. Um dies zu gewährleisten, kommt der Vollständig- keit, Neutralität und Fehlerfreiheit als Grundvoraussetzungen der glaubwürdigen Darstellung eine besondere Bedeutung zu.603 Der Grad an glaubwürdiger Dar- stellung einer Bewertungsmethode bemisst sich an der Freiheit von Verzerrun- gen dieser Grundvoraussetzungen. Prinzipiell sind zwei Quellen identifizierbar, aus denen verzerrte Ergebnisse einer Bewertungsmethode herrühren.604 Dem- nach wird unterschieden, ob die Verzerrung der Methode selbst inhärent ist oder aus der Anwendung der Methode hervorgeht. Vom systematischen Fehler der Methode bzw. vom sog. Methoden-Bias spricht man, wenn die Verzerrung der Methode selbst inhärent ist.605 Diese Bezeichnung stammt aus der empirischen Sozialforschung und charakterisiert den von einem Messinstrument verursachten systematischen Fehler, der aufgrund mangelnder semantischer Gültigkeit be- steht.606 Übertragen auf den vorliegenden Kontext ist die Folge des systemati- schen Fehlers, dass das Bewertungsverfahren nicht den theoretisch gemeinten Fair Value abbildet, sondern unter Gültigkeit sämtlicher Modellrestriktionen (auch oder nur) etwas anderes.607 In der Rechnungslegung werden zwei Ursa- chen des systematischen Fehlers diskutiert. Danach ist die Verzerrung entweder unbewusst oder bewusst herbeigeführt. Während die bewusste Verzerrung aus einer fehlenden Neutralität des Bilanzierenden resultiert, geht die unbewusste Verzerrung aus einem Messfehler der Bewertungsmethode an sich hervor.608 603 Vgl. hierzu die Ausführungen in Teil B,...

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