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In der Grenzregion: Dimensionen fachlicher und wissenschaftlicher Kommunikation

Edited By Winfried Thielmann and Helena Neumannová

Die Beiträge zu diesem Band sind aus der Tagung «Fach- und Wissenschaftskommunikation» (Liberec, 7.-9. Oktober 2010) hervorgegangen. In der sächsisch-tschechischen Grenzregion wurde dort den Grenzbereichen zwischen zwei Varietäten nachgespürt, die in der linguistischen Forschung erst seit etwa zwanzig Jahren als unterschiedliche sprachliche Handlungsformen bekannt sind. Kennzeichnend für alle Beiträge – ob systemlinguistisch oder sprechhandlungstheoretisch basiert – ist ein starker Bezug auf gesellschaftliche Erfordernisse, von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft bis zu den Anforderungen an sprachliches Handeln in der ärztlichen Niederlassung, von regionsspezifischen Arbeitgeberanforderungen an fachliche Sprachkompetenzen bis hin zu den Mechanismen zweckgeleiteten Sprachausbaus.

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3. Fachsprache(n)

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121 Vom Abgrenzen und Definieren in der Fachsprachenforschung. Beitrag zu einer Kritik Gabriele Graefen (München) 1. Einleitung Seitdem die Fachsprachenforschung sich ab den 1970er Jahren von der Fachlexi- kographie und Terminographie emanzipiert hat, hat sie viele Facetten entwickelt und interessante Ergebnisse zu vielen Aspekten und Einzelthemen vorgelegt, etwa zu Fragen des fachlichen Übersetzens, der Ausbildung oder zu fachsprach- lichen Anteilen des Fremdsprachenunterrichts.1 Sie wurde so zu einem Teilgebiet der „Angewandten Linguistik“. Parallel zu dieser Entwicklung lässt sich aber eine wissenschaftsmethodisch ausgerichtete Linie von immer neuen Gegen- standsbestimmungen und Selbstproblematisierungen feststellen, die große Teile der Einführungswerke und Überblicksdarstellungen beansprucht und immer wieder auch in Aufsätzen festzustellen ist. Solche (Selbst-)Reflexionen sind das Thema dieses Beitrags. Es soll gezeigt werden, dass sie in einem gewissen Wider- spruch zur tatsächlichen gegenstandsbezogenen Arbeit stehen und dass sich hin- ter den Klagen über den ach so schwer zu findenden Gegenstand bestimmte Ideale verbergen, die einer wissenschaftlichen Befassung mit Sprache im Wege stehen. Abschließend sollen mögliche alternative Sichtweisen skizziert werden. Viele Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren behandeln immer wieder Aufgaben und Selbstverständnis der Fachsprachenforschung. Ich beziehe mich im ersten Kapitel vor allem auf Übersichtsdarstellungen, speziell die Artikel „Fach und Fachwissen“ (Hartwig Kalverkämper) und „Fachsprachen und Ge- meinsprache“ (Lothar Hoffmann) in den beiden Sammelbänden „Fachsprache“ (1998) aus der Reihe „Handbücher zur Sprach- und Kommunikationsforschung“ des de Gruyter-Verlags. Wenn Hoffmann schon 1998 in Bezug auf die vergan- genen 25 Jahre von einer „klassischen“ Fachsprachenforschung...

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