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Die antike Unterwelt im christlichen Mittelalter

Kommentierung ‒ Dichtung ‒ philosophischer Diskurs

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Petra Korte

Mit dem Siegeszug des Christentums war der Kosmos der antiken Mythologie nicht obsolet geworden. Er lebte fort in den Bildungstraditionen. Um das unterirdische Totenreich entstand dabei ein besonderer Diskurs. Das mythische Szenario hatte mit seinen archaischen Jenseitsvorstellungen schon in der Antike eine übertragene philosophisch-psychologische Deutung provoziert, die sich insbesondere an Vergils Aeneis anschließen konnte. Vermittelt durch die spätantike Dichterkommentierung, diente die allegorische Hermeneutik manchen karolingischen Literaten vor allem zur Rechtfertigung der Mythenlektüre. Spätere Exegeten entwickelten sie schließlich zu einer genuin mittelalterlichen Lesart fort, die den Elementen des Unterweltszenarios ihre jeweils eigene Bedeutsamkeit zuwies. Weit über eine bloße Analogie zur Hölle hinaus wurde so das mythologische «Infernum» als universeller literarischer Verhandlungsort für die Bedingungen menschlichen Daseins etabliert – eine Entwicklung, die diese Untersuchung anhand von Zeugnissen aus Dichtung und paratextueller Überlieferung bis hin zu ihrem Abschluss in Dantes Commedia nachvollzieht.

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Vorwort

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Die vorliegende Arbeit wurde im Juni 2011 von der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Dissertation im Fach Lateinische Phi- lologie des Mittelalters und der Neuzeit angenommen und ist für den Druck noch ein- mal überarbeitet und ergänzt worden. Ohne vielseitigen Rat und Unterstützung wäre sie nicht zustande gekommen. Mein Dank gilt an erster Stelle den Betreuerinnen der Arbeit, Prof. Dr. Christel Mei- er-Staubach, aus deren Anregung dieses Projekt hervorging und die es mit ihrer Exper- tise geduldig über Jahre förderte, sowie Prof. Dr. Christine Schmitz, die es als Korrefe- rentin mit großem Wohlwollen und wertvollen Hinweisen begleitete. Ebenso danke ich Prof. Dr. Nikolaus Staubach für seine Förderung im Entstehungsprozess, für die Auf- nahme der Arbeit in diese Reihe und für die bereitwillige Übernahme der redaktionel- len Mühen, die sich damit verbanden. Ich danke auch Prof. Dr. Bernd Roling und Dr. Philipp Stenzig für ihre inhaltliche, organisatorische und persönliche Unterstützung und Erbauung, vor allem aber für die Staunen machende Erkenntnis, wie groß das Wissen der Welt ist und auf welch entle- genen Wegen es bisweilen gefunden werden will. Darüber hinaus danke ich allen, bei denen ich in den letzten Jahren offene Ohren für mein Projekt gefunden habe und die immer bereit waren, sich gedanklich in die Tiefen der Unterwelt zu begeben ‒ Jan Hil- debrandt, Christian Peters, Dr. Elmar Rickert, Dr. Anna Stenmans und Prof. Dr. Io- landa Ventura...

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