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Die steuerliche Behandlung von Scheinauslandsgesellschaften

Eine Untersuchung zur doppelansässigen Kapitalgesellschaft

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Ruth Winter

Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hat die Mobilität von Gesellschaften in Europa gefördert. Immer häufiger nutzen Unternehmen die Möglichkeit zur Gründung einer Gesellschaft nach ausländischem Recht. Die Autorin untersucht die steuerliche Behandlung dieser sogenannten Scheinauslandsgesellschaften, die im Steuerrecht als doppelansässige Kapitalgesellschaften bezeichnet werden. Dazu gehört die Frage nach der Qualifikation im Rahmen des Katalogs des § 1 Abs. 1 KStG. Behandelt werden zudem Probleme im Zusammenhang mit der Wegzugsbesteuerung. Die Arbeit widmet sich ferner Fragen der Rechnungslegung bzw. Buchführungspflicht sowie der Regelung zur steuerlichen Organschaft in den §§ 14 ff. KStG und schließt mit Ausführungen zur Behandlung von Drittstaatengesellschaften.

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Viertes Kapitel:Zum Verhältnis von Zivil- und Steuerrecht

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Viertes Kapitel: Zum Verhältnis von Zivil- und Steuerrecht Nach diesem Überblick zur Einordnung der Scheinauslandsgesellschaft nach deutschem Internationalen Gesellschaftsrecht stellt sich die Frage, inwieweit diese zivilrechtliche Betrachtungsweise für die steuerliche Behandlung bedeut- sam sein kann, die den Kern dieser Arbeit darstellt. Das (Spannungs)Verhältnis von Zivilrecht und Steuerrecht stellt eines der klassischen Grundprobleme dar und ist Gegenstand einer seit jeher kon- trovers geführten Diskussion.232 Dies rührt vor allem daher, dass trotz der Zugehörigkeit des Steuerrechts zum öffentlichen Recht eine Vielzahl von Schnittstellen und engen Verbindungen mit dem Zivilrecht besteht, denn an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, an die wirtschaftlichen Ergebnis- se des zunächst meist rein privatrechtlich organisierten Rechtsverhältnis- ses knüpft dann später die hoheitliche Besteuerung an.233 Letztlich wird sich – betrachtet man insbesondere die Gesetzestatbestände der Einzelsteuergeset- ze – kaum ein Bereich des Zivilrechts finden lassen, der für das Steuerrecht nicht Vorfrage sein könnte, oder umgekehrt. Die Beziehung der beiden Rechtsgebiete bzw. ihr Einfluss aufeinander lässt sich dementsprechend aus zwei verschiede- nen Blickwinkeln betrachten: Zum einen kann man fragen, ob das Steuerrecht insoweit zu einer mögli- cherweise unerwünschten Quelle des Gesellschaftsrechts geworden ist, als der Steuerbürger bestrebt ist, seine Verhältnisse auf privatrechtlicher Ebene so zu re- geln, dass sie eine möglichst steuergünstige Wirkung entfalten und es somit zu hauptsächlich steuerlich motivierten zivilrechtlichen Gestaltungen kommt; zum anderen geht es darum (und dies ist auch der für diese Untersuchung relevan- tere Aspekt), ob...

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