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Sonne, Mond und Ferne

Der Weltraum in Philosophie, Politik und Literatur

Edited By Elmar Schenkel and Kati Voigt

Vor gut einem halben Jahrhundert hat der Weg der Menschen in den Weltraum begonnen. Dieser Eintritt ins All wird in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, Ideologiekritik und Kulturwissenschaften schauen auf den politischen Wettlauf ins All, die Rolle der Astronomie in der Schule oder die ersten Aliens in der Science Fiction, auf Schwarze Löcher und deren kulturelle Begleitmusik. Als Stimme aus der Praxis rundet ein Interview mit Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, den reichhaltigen Band ab.

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RAINER EISFELD: Expansion in den Kosmos – Heilserwartungen aus dem Kosmos. Das Weltall als Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste

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RAINER EISFELD Expansion in den Kosmos – Heilserwartungen aus dem Kosmos. Das Weltall als Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste1 Zu den sozialwissenschaftlichen Grundannahmen gehört ein Satz, der sinn- gemäß lautet: Wirklichkeit ist für Menschen das, was sie als Wirklichkeit wahr- nehmen. Nach diesem Bild handeln sie, weil es für sie selbst Realität besitzt. An einem Extremfall erläutert: Wer überzeugt ist von einer weltweiten Ver- schwörung, wer an dunkle Mächte glaubt, die unsere Regierungen aus dem Hintergrund lenken, wer derartige Mächte in einer konfessionellen oder ethni- schen Minderheit personifiziert sieht und in einem abschließenden Schritt dann diese Minderheit als Sündenbock verantwortlich für wirtschaftliche Zukunfts- ängste macht, für persönlich erlittene Misserfolge, gar für soziale Demütigungen – der wird sich politischen Parteien zuwenden, die solche Sündenbockbehaup- tungen propagandistisch vertreten. Die deutsche Geschichte bietet dafür un- rühmliche Beispiele. Der Satz über das Verhältnis von Wirklichkeit und menschlicher Wahrneh- mung gilt aber nun keineswegs nur für unser irdisches Umfeld. Jahrhunderte lang herrschte in Europa Kometenfurcht, glaubte man an Pestilenz und Miss- ernten als Folge des unerwarteten Auftretens solcher – wie man meinte – Un- heilsboten. Man betete, ja man geißelte sich in der Hoffnung, drohende Katastrophen durch Buße abwenden zu können. Bis in die Gegenwart erhalten hat sich in Esoterikerkreisen die Vorstellung versunkener irdischer Hochkul- turen – Mu, Lemuria, Atlantis –, die, wer weiß, von Außerirdischen begründet wurden, später der Sintflut zum Opfer...

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