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Junktoren im Text der Protokolle des Generallandtags von Preußen Königlichen Anteils aus den Jahren 1526-1528

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Sylwia Firyn

Die in dieser Arbeit untersuchten Protokolle des Landtags von Königlich Preußen wurden von Danziger Schreibern verfasst, die die Gesandten Danzigs begleiteten. Die Texte hinterlegten sie im Danziger Ratsarchiv. Ihre Sprache ist Deutsch, nur die beigelegte Korrespondenz mit dem polnischen König ist Lateinisch. Bisher ist der Gebrauch der Junktoren in diesen frühneuhochdeutschen Kanzleitexten Polens nicht ausreichend untersucht worden. Ihre Analyse (10 Konjunktoren, 40 Subjunktoren, 3 Adjunktoren) ergab nun, dass die damaligen Schreiber alle angenommenen und auch manche bisher für später datierten Neuerungen realisierten. Hinsichtlich des Gebrauchs der Junktoren lässt sich der Text damit als typisch frühneuhochdeutsch bezeichnen. Mit diesen Ergebnissen leistet die Autorin einen Beitrag zu Gebrauch und Bedeutung von Junktoren in Texten dieser Zeit und dieser Gattung und damit zur Erforschung der deutschsprachigen Kanzleien der frühen Neuzeit in Polen und des Frühneuhochdeutschen im Allgemeinen.

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1 Zum Land und zum Text

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1.1 Zum Land Königlich Preußen (anders: Preußen Königlichen Anteils) wurde auf Grund der Beschlüsse des Zweiten Thorner Friedens (1466) gegründet und bestand bis zu der ersten Teilung Polens (1772). 1.1.1 Vorgeschichte Der "Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem" (Ordo fratrum domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum; kurz Ordo Teutonicus) ging aus dem während der Belagerung von Akkon gegründeten "Spital der Deutschen" hervor. Nach der Eroberung Akkons wurde es in „St. Marien-Hospital der Deutschen zu Jerusalem“ umbenannt. Der vierte Hoch- meister Hermann von Salza hat als erster die Idee geäußert, einen Ordensstaat außerhalb des Heiligen Landes zu gründen (vgl. Zimmerling 1988: 61). Die Ge- legenheit bot sich an, als der ungarische König Andreas II. dem Orden für seine Hilfe im Kampf gegen die Kumanen ein Heimatrecht im Burzenland angeboten hatte. Die Beziehungen zwischen Ungarn und dem Deutschorden verschlechter- ten sich, nachdem der Papst Honorius III. dem Deutschorden im Jahre 1223 ein Exemptionsprivileg erteilte, in dem dem Orden das Recht auf das Burzenland zugesagt wurde. Hermann von Salza versuchte, das Burzenland dem Schutz des Papststuhles zu unterstellen, was eigentlich die Lostrennung dieses Landes vom ungarischen Staat bedeutete. Auf Wunsch des ungarischen Adels griff Andreas II. militärisch ein. Die Burgen des Ordens wurden in kurzer Zeit erobert und vernichtet (vgl. Zimmerling 1988: 62). Im Jahre 1226 hat der Herzog Konrad I. von Masowien den Deutschorden um Hilfe beim Kampf gegen die preußischen St...

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