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Transitional Justice

Das Problem gerechter strafrechtlicher Vergangenheitsbewältigung

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Edited By Ulfrid Neumann, Prittwitz and Paulo Abrao

Umbrüche im politischen System eines Staates stellen auch das Rechtssystem vor gewaltige Probleme. Das gilt in besonderem Maße dann, wenn es darum geht, systematische Menschenrechtsverletzungen eines diktatorischen Regimes nach dessen Ende rechtlich aufzuarbeiten. Die politischen Entscheidungen, die hier zu treffen sind und deren Rahmen sich schlagwortartig durch die Alternative Versöhnung oder Bestrafung kennzeichnen lässt, müssen sich zugleich an den Maßstäben von Recht und Gerechtigkeit messen lassen ( Transitional Justice). Dieser Band dokumentiert die Beiträge zu einem deutsch-brasilianischen Symposium zum Thema Transitional Justice, das im Juli 2012 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfand. Kooperationspartner war unter anderem die Amnestiekommission des brasilianischen Justizministeriums.

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Begrüßung Winfried Hassemer

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Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie zu den beiden Eröffnungsvorträgen unserer Tagung über „Recht und Politik in der brasilianischen und deutschen Vergangenheitsbewältigung“. Paulo Abrão wird über die brasilianischen, Ulfrid Neumann wird über die deut- schen Erfahrungen und Perspektiven sprechen. Meine Aufgabe hier ist die Moderation. Damit vertragen sich langwierige Überlegungen zum Gegenstand, um den es gehen soll, nicht. Gleichwohl kann ich es mir nicht ganz verkneifen, den Referaten ein paar Worte über diesen Ge- genstand vorauszuschicken. Denn nicht nur das Thema hat mich schon öfters beschäftigt; auch der Umstand, dass ich wieder einmal das brasilianische Den- ken und die brasilianische Sprache erleben kann, ist mir ein herzliches Danke- schön gegenüber den Veranstaltern für ihre Einladung wert. Wie eine Gesellschaft und ein Rechtssystem mit der tiefgreifenden Erfah- rung umgehen, dass das politische System zusammenbricht und sich die Tür zu einem neuen und besseren Leben in Staat, Gesellschaft und persönlichem Alltag öffnet (oder doch zu öffnen verspricht), ist paradigmatisch für den Zustand die- ser Gesellschaft, ihrer Normen, Gewissheiten und Moralen. Es gibt kaum einen anderen Gegenstand wissenschaftlicher Beschäftigung und rechtspolitischer Op- tionen, an dem man genauer studieren könnte, wie es in Staat und Gesellschaft- mit dem Recht und seinen Grundlagen bestellt ist. Das Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, den Meisten unter Ihnen sicherlich wohlbekannt, hat, unter der Ägide seines früheren Direktors Albin Eser, in langjähriger, personell und sachlich ausgedehnter, Forschungsarbeit...

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