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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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15. Für eine dienende und arme Kirche Yves Congar (1904 –1995)

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Mit dem Gedanken an innovative Beiträge der französischen Theologen zu den gedanklichen Aufbrüchen des 20. Jahrhunderts verbindet sich der Begriff der „Nouvelle Théologie“. Wie manche ähnliche Begriffe, mit denen eine Schule theologischen Denkens bezeichnet wurde, hatte er ursprünglich eine negativ-abgrenzende, also abwertende Funktion. Bezeichnet wurde mit ihm eine bestimmte Richtung der französischen Theologie, die mit dem Rückgriff auf das Studium der Kirchenväter der neuscholastisch-verkrusteten Schultheologie neue Impulse zu vermitteln versuchte. Dabei ging es insbesondere auch um eine Neuinterpretation des Thomas von Aquin und ein schöpferisches Aufgreifen von Gedanken der Lebensphilosophie, wie sie von Maurice Blondel (1881–1949) vertre- ten wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Dominikaner von Le Saul- choir (Congar und Chenue) und die Jesuiten Jean Danielou (1905 –1974), Henry de Lubac (1896 –1991), Yves de Montcheuil (1899 –1944) und in einer Sonderrolle der in unseren Überlegungen bereits besprochene Pierre Teilhard de Chardin. Paradoxerweise kamen die schärfsten Geg- ner dieser theologischen Neuansätze aus den gleichen Orden; doch sie hatten vorwiegend ihren Ort in Rom, wo sie entweder in der Lehre oder in der Kurie tätig waren. Der Begriff „Nouvelle Théologie“ wird in einer Ansprache von Papst Pius XII. an die Generalkongregation der Jesuiten 1946 in kritischer Form geprägt. Pius XII. fragte: Wollte man eine Theo- logie im Gleichklang mit den „stets veränderlichen Erdendingen“ entwi- ckeln, „was würde dann aus den niemals sich ändernden katholischen Dogmen“? Bezeichnend ist für den Piuspapst die...

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