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Essays im Spannungsbereich von Psychotraumatologie, Ästhetik und Wissenschaftstheorie

Mit einem Vorwort von Hartmann Hinterhuber und einem Geleitwort von Waltraut Cooper

Gerhard Bengesser and Susanne Bengesser

Psychotraumatologie kennt mehrere maximale Traumen. Das Miterleben eines tödlichen Suizids sowie das Verkraften des Todes eines Kindes werden in dieser Untersuchung besonders herausgearbeitet. In beiden Fällen sind Selbsthilfegruppen große Hilfen, da das Spiegeln im Schicksal anderer Gruppenmitglieder sehr hilfreich ist. Der Hauptteil des Buches geht der Frage nach, inwiefern der Satz von der engen Verwandtschaft von Genie und Wahnsinn zu Recht besteht. Kurzbiographien durch die Autoren sollen helfen, dieser Frage empirisch näher zu rücken. Gesunde Genies wie Haydn werden Bruckner, Bachmann und anderen gegenübergestellt. Konklusion: Neurotische Verfassung kann nicht als Vorbedingung für hohe schöpferische Aktivität gesehen werden; dennoch: in Einzelgebieten wie Sucht und Suizid ist eine gewisse Häufung gegeben. In einem weiteren Kapitel wird die Thematik des Miterlebens eines tödlichen Suizids in der Familie erneut für Dichter gestellt: hat er durch seine Kapazität größere Fähigkeiten zum Verarbeiten? Die Frage wird verneint! Im letzten Essay wird die Sonderstellung der Psychologie im Konzert der Wissenschaften erörtert – besonders wird der historische Kontext, desweiteren Psychotherapie und Kunsttherapie berücksichtigt.

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NEU AUFGEROLLT: GENIE UND WAHNSINN INWIEFERN STIMMT DER SATZ VON DER ENGEN VERWANDTSCHAFT VON NEUROSE UND SCHÖPFERKRAFT

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Abstract Objective: To question the assumption, that creative men are more prone to mental distur- bances of neurotic kind (not psychotic diseases) than „common persons. Method: Evaluating neurotic features and “endpoints” especially in the sense of suicidal acts, addiction and phobic derangements, short biographic notes are projected to quotes of that kind in the rest of the population. Results: Addiction rates are in a marked way higher, also depressive disorders, suicidal acts only slightly. Conclusion: Neurotic disturbances can’t be seen as a precondition necessary for high artistic or intellectual creativity, though some disorders, like addiction, are more frequent (almost twice). Zusammenfassung: Aufgabe: Hinterfragen der Annahme, dass Genie und Neurose so eng beisammen liegen, wie häufig geäußert. Methode: Über Kurzbiographien von dreißig Genies werden psychopathologische „Bilanzen“ zu erstellen versucht. Resultate: Insbesondere die scores für suizidale Tendenzen, Depressionen und Suchterkran- kung sind stark – teils aufs Doppelte – gestiegen, wenn man Erfahrungswerte der Durch- schnittspopulation vergleicht. Konklusion: Dennoch kann Neurotizität nicht als notwendige Vorbedingung hoher Kreativität gesehen werden, zumal mehrere völlig gesunde Genies bekannt sind. Dennoch muss erwähnt werden, dass gewisse Störungen, wie Sucht beträchtlich höher liegen. 32 Neu aufgerollt: Genie und Wahnsinn 1. Kurze historische Raffung und Darstellung der Fokussierung oder Nicht-Fokussierung dieser Thematik in einer Epoche Zunächst eine kleine Bemerkung: Da in unseren Dekaden doch schon eine ge- wisse Toleranz in Sachen psychiatrischer Deviationen erreicht wurde, ist es kaum mehr nötig zu bemerken, dass es hier nicht darum...

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