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Kubas unentdeckte Wende

Wie die innere Reformdebatte Fidel Castros Revolution seit 1990 verändert hat

Harald Neuber

Kuba ist in Bewegung. Seit den Umbrüchen 1989/1990 hat sich in dem sozialistischen Karibikstaat eine rege Debattenkultur entwickelt. Der Autor weist an zahlreichen Beispielen nach, dass Künstler und Intellektuelle bei diesen Kontroversen um die Gewichtung sozialer und politischer Rechte in vorderster Reihe stehen. Dennoch werden sie im Diskurs über Kuba weitgehend ignoriert. Ohne den Blick auf die Kultur aber kann man die Veränderungen der Kubanischen Revolution und die Stabilität des sozialistischen Systems nicht verstehen. Mit diesem Buch hat der Autor erstmals eine Studie dieser innerkubanischen Debatte vorgelegt – und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

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I. Vorgeschichte und Entwicklung seit 1990

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Zwei   Aspekte   des   kubanischen   Umbruchs   zu   Beginn   der   neunziger   Jahre  des   vergangenen   Jahrhunderts   sind   bei   der   Betrachtung   dieses   Untersu-­‐chungsgegenstandes   unabdingbar.   Zum   einen   reichen   die   Gründe   der   ab  1990/1991  eintretenden  und  zum  Teil  dramatisch  verlaufenden  Verände-­‐rungen   bis   in   die   achtziger   Jahre   des   vergangenen   Jahrhunderts   zurück.  Zum  anderen  geriet  das  sozialistische  Kuba  nach  dem  Ende  der  Sowjetuni-­‐on  (UdSSR)  nicht  nur  in  eine  wirtschaftliche  Notlage,  sondern  auch  in  eine  ideologische   Sinn-­‐   und   Identitätskrise,   die   zu   einer   enormen   und   bislang  wissenschaftlich  nur  unzureichend  betrachteten  Dynamik  in  der  kulturpoli-­‐tischen  Sphäre  geführt  hat.  Eine  der  Hauptursachen  der  Veränderungen   in  Kuba   lag   in  der  zuneh-­‐menden   Distanzierung   zwischen   Havanna   und   Moskau   mit   dem   Anfang  1986  unter  der  Bezeichnung  Перестройка  (Perestroika)  eingeleiteten  Pro-­‐zess   zur   Veränderung   und   Modernisierung   des   gesellschaftlichen,   politi-­‐schen   und   wirtschaftlichen   Systems   der   UdSSR.   Diese   Entfremdung   der  Bruderstaaten   widerspiegelte   sich   in   zunehmenden   politischen   Spannun-­‐gen,   die   sich  mitunter   in   konkreten  Maßnahmen  der  Abschirmung  äußer-­‐ten.  So  erklärte  Staats-­‐  und  Regierungschef  Fidel  Castro  in  einer  Rede  am  7.  Dezember  1989:  Por  ello  nosotros  no  hemos  vacilado  en  impedir  la  circulación  de  ciertas  publi-­‐caciones  soviéticas  que  están  cargadas  de  veneno  contra  la  propia  URSS  y  el  so-­‐cialismo.  Se  percibe  que  detrás  de  ellas  está  la  mano  del  imperialismo,  la  reac-­‐ción  y  la  contrarrevolución.  (Fidel  Castro  1989)  Die  an   Intensität  gewinnenden  Divergenzen   fanden   ihren  Niederschlag   im   Proceso   de   rectificación   de   errores   y   tendencias...

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