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Eine Analyse der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) unter besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

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Marcus Jerg

Diese Abhandlung befasst sich mit der rechtlichen Einordnung der in § 5a GmbHG normierten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) in das bestehende Gesellschaftsrecht und beleuchtet mögliche Risiken für die Gesellschaftsgläubiger. Der Autor setzt sich unter anderem mit der Kritik an der Absenkung des gesetzlichen Mindeststammkapitals sowie den Rechtsfolgen einer fehlerhaften Bezeichnung der UG (haftungsbeschränkt) auseinander. Den Schwerpunkt der Abhandlung bildet die Untersuchung von systematischen Schwächen und Umgehungsstrategien im Zusammenhang mit der gesetzlichen Pflicht zur Bildung einer Gewinnrücklage. Als Lösungswege diskutiert der Autor beispielsweise erweiterte Offenlegungspflichten, die Nachrangigkeit von Gesellschafterforderungen im Insolvenzverfahren sowie die Haftung des Geschäftsführers wegen Insolvenzverursachung.

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2. Kapitel Rechtliche Rahmenbedingungen

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A. Wettbewerb der Gesellschaftsrechtsformen Die Rechtsprechung des EuGH zur Niederlassungsfreiheit und der sich daraus ergebende Wettbewerb der Gesellschaftsrechtsformen,27 mit dem das deutsche Gesellschaftsrecht in zunehmendem Maße konfrontiert ist, gab neben dem all- gemein als notwendig erachteten Reformbedarf den Anstoß für das MoMiG.28 Der Wettbewerb der Gesellschaftsrechtsformen äußert sich dabei in zwei Er- scheinungsformen. Insbesondere Existenzgründer und Einzelunternehmer ent- schieden sich in der jüngeren Vergangenheit vermehrt dazu, ihr Unternehmen in Form einer Limited zu gründen,29 um so (vermeintlich) bestehende Vorteile im Gründungsverfahren und in der Kapitalaufbringung zu nutzen. Dies mag für das deutsche Gesellschaftsrecht zwar insofern misslich sein, als dass es sich in sei- nem originären Geltungsbereich durch das Auftreten ausländischer Gesell- schaftsrechtformen einer Konkurrenz stellen muss, deren gesellschaftsrechtliche Konzeption von dem des deutschen Kapitalschutzsystems abweicht. Doch ein unter dem Regime der Niederlassungsfreiheit stehender Wettbewerb der Gesell- schaftsrechtsformen ist nach Ansicht des Verfassers aus wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten legitim und wünschenswert. Der Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt ist in wirtschaftlicher wie auch rechtlicher Hinsicht unbestritten eine der großen Leistungen der europäischen Integrationspolitik und bedarf ei- ner konsequenten Umsetzung.30 Es ist daher Aufgabe des deutschen Gesetzge- bers wie auch der Rechtsprechung und Rechtswissenschaft das deutsche Gesell- schaftsrecht in diesem Wettbewerb der Rechtsformen zu plazieren, seine Stärken 27 Miteinander im Wettbewerb stehen zunächst verschiedene Gesellschaftsrechtsformen, beispielsweise die deutsche GmbH, die englische Limited oder die niederländische B.V. Die aus der Wahl einer Gesellschaftsrechtsform folgende Geltung der zugehörigen...

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