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Eine Analyse der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) unter besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

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Marcus Jerg

Diese Abhandlung befasst sich mit der rechtlichen Einordnung der in § 5a GmbHG normierten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) in das bestehende Gesellschaftsrecht und beleuchtet mögliche Risiken für die Gesellschaftsgläubiger. Der Autor setzt sich unter anderem mit der Kritik an der Absenkung des gesetzlichen Mindeststammkapitals sowie den Rechtsfolgen einer fehlerhaften Bezeichnung der UG (haftungsbeschränkt) auseinander. Den Schwerpunkt der Abhandlung bildet die Untersuchung von systematischen Schwächen und Umgehungsstrategien im Zusammenhang mit der gesetzlichen Pflicht zur Bildung einer Gewinnrücklage. Als Lösungswege diskutiert der Autor beispielsweise erweiterte Offenlegungspflichten, die Nachrangigkeit von Gesellschafterforderungen im Insolvenzverfahren sowie die Haftung des Geschäftsführers wegen Insolvenzverursachung.

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5. Kapitel Missbräuchliches Verhalten im Rahmen von § 5a Abs. 3 GmbHG

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Die Thesaurierungspflicht des § 5a Abs. 3 Satz 1 GmbHG als Nachteil im inter- nationalen Wettbewerb zu begreifen, steht im Widerspruch zu den statistischen Zahlen und wäre zu kurz gedacht, wenngleich eine vergleichbare Verpflichtung in der Limited beispielsweise nicht besteht.816 Seit Inkrafttreten des MoMiG wa- ren mit Stand vom 11. November 2010 ca. 44.000 UG (inkl. Komplementär- UG) im Handelsregister eingetragen, während die Anzahl neugegründeter Limi- teds seitdem stagniert.817 Darüber hinaus ist eine angemessene Eigenkapitalaus- stattung für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg unabdingbar und dem Gläubigerschutz zumindest mittelbar dienlich. Die Kapitalaufholung nach § 5a Abs. 3 Satz 1 GmbHG ist unter rechtspolitischen Gesichtspunkten daher zu be- grüßen. Dies soll jedoch nicht den Blick davor verschließen, dass die gesetzlich verpflichtende Rücklagenbildung in ihrer derzeitigen Konzeption Schwächen aufweist. A. Die Umgehung der Thesaurierungspflicht Prämisse des § 5a Abs. 3 GmbHG ist stets das Vorliegen eines Jahresüberschus- ses gegebenenfalls gemindert um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr. Eine Pflicht zur Gewinnerzielung lässt sich in der UG aus § 5a Abs. 3 GmbHG gleichwohl nicht ableiten. Insofern bestehen im Hinblick auf die Thesaurie- rungspflicht keine Bedenken, wenn eine UG als Komplementärin strukturell nicht in der Lage ist nennenswerte Jahresüberschüsse zu erzielen. Darauf wurde im vorherigen Kapital schon hingewiesen.818 Die Fähigkeit überhaupt eine Rücklage zu bilden und die Eigenkapitalausstattung zu verbessern steht und fällt mit dem wirtschaftlichen Erfolg der UG. Die Abhängigkeit des § 5a Abs. 3 GmbHG von der Erzielung...

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