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Personalisierung in TV-Nachrichtensendungen

Eine Zeitreihenuntersuchung der Hauptabendnachrichtensendungen von ARD und RTL von 1983 bis 2005

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Christian Anders

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage nach Personalisierungstendenzen in den Hauptnachrichtensendungen privater und öffentlich-rechtlicher Sendeformate am Beispiel von ARD und RTL. Theoretisch sprechen parteipolitische Veränderungen, solche in der Wählerschaft und ein aus der Dualisierung des Rundfunksystems unterstellter Konvergenzprozess beider Sendekonzepte für eine zunehmende Personalisierung. Empirisch lässt sich eine Zunahme an Personalisierung nachweisen. Insbesondere häufen sich Nachrichtensendungen und Nachrichtenbeiträge, in denen die Spitzenkandidaten von CDU und SPD visualisiert werden. In dem Maße, in dem dies geschieht, schwindet ein Kanzlerbonus in der Berichterstattung und eine Bedeutungszunahme eines sogenannten horse-race-journalism wird nachweisbar.

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E. Fazit und Ausblick

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Jede Wissenschaft bemüht sich darum, die vielfältigen ereignisse in der natur oder im menschlichen Zusammenleben Zu sammeln, Zu ordnen und aussagen über ihre innere verbundenheit Zu machen (schnell/hill/esser 1992: 37). In Kapitel 4 wurden mehrere Aussagen getroffen, deren Gültigkeit Kapitel 5.4 und Kapitel 6 untersuchte. Wie bereits die Ausführungen zur historischen Kontextu- alisierung des Kapitels 6.2 deutlich machen, lassen sich im Hinblick auf die Rol- lenmuster von Personalisierung im zeitlichen Verlauf zahlreiche Veränderungen feststellen. Eine Personalisierung bundesdeutscher Politiker erfolgt vornehmlich in einem innenpolitischen Themenkontext. Dabei ist bei beiden Nachrichtensendern ein Trend erkennbar, nachdem insbesondere Wahlkampfthemen in zunehmendem Maße in der Berichterstattung zu finden sind. Dieser ansteigende Trend der Berichterstattung über Wahlkampfkontexte variiert systematisch mit der Kandidatenorientierung an Kanzlerkandidaten beider Volksparteien. Mehr noch lässt sich anhand eines T-Tests sehr deutlich sagen, dass die Präsentation eines oder beider Kanzlerkandidaten der Volksparteien in der Nachrichtensendung desto eher erfolgt, je stärker die Betrach- tung sich dem Ende der untersuchten Zeitreihe nähert. Also: Die Kanzlerkandidaten werden in zunehmendem Maße zu Beginn der Nachrichtensendungen thematisiert. Auch werden insbesondere Beiträge, die Bezug auf die Kanzlerkandidaten nehmen, im Verlauf der Zeitreihe in zunehmendem Maße mit der Präsentation von O-Tönen untermalt (Vgl. Kapitel 6.3.4). Dies deutet auf den Nachrichtenwert, der von einer Personalisierung der Kanzlerkandidaten ausgeht. Um möglicherweise die Drama- turgie des Wahlkampfes zu illustrieren, wird hierbei zunehmend auf ein Kopf-an- Kopf Rennen beider Kanzlerkandidaten abgestellt. Insofern also insbesondere die Personalisierung beider Kanzlerkandidaten...

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