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Neue Stimmen aus Österreich

11 Einblicke in die Literatur der Jahrtausendwende

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Edited By Joanna Drynda and Marta Wimmer

Dieser Sammelband ist österreichischen Autorinnen und Autoren gewidmet, die in den letzten zwei Dekaden an die Öffentlichkeit getreten sind. Ein summarischer Überblick über die thematischen und ästhetischen Schwerpunktsetzungen in der jüngsten Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Reflexion textvermittelter Befindlichkeiten zu Anfang des 21. Jahrhunderts. In den Einzelanalysen werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Werke von Michaela Falkner, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Julya Rabinowich, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib beleuchtet. Das Buch ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts, deshalb wird auch nach der Präsenz junger österreichischer AutorInnen auf dem polnischen Buchmarkt gefragt.

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Barbara Wróblewska (Szczecin). Reinhard Kaiser-Mühlecker – ein Virtuos der respektvollen Distanz

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Reinhard Kaiser-Mühlecker 121 Barbara Wróblewska (Szczecin) Reinhard Kaiser-Mühlecker – ein Virtuos der respektvollen Distanz Der Literaturförderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung ging im Jahre 2007 an den jungen oberösterreichischen Schriftsteller Reinhard Kaiser-Mühlecker, der mit den in seinem Erstlingswerk Der lange Gang über die Stationen herbeigezauberten Impressionen der ländlichen Lebenswelt im Österreich der 1950er Jahre die Leser und Kritiker in Begeisterung zu versetzen wusste. Ihre Entscheidung für den hinsichtlich des Inhalts sowie der Ausdrucksform unprätentiösen Roman begründete die Jury mit folgenden Worten: Nichts zu tun hat dieser Text mit idyllisch-beschönigender Heimatkunst. In der minutös-objektiven Beschreibung hält er sich an poetische Realisten wie Adal- bert Stifter; aber die erzählte Welt ist eine Welt der Verstörungen wie bei Thomas Bernhard oder der sozialen Zwänge wie in Peter Handkes Wunschlo- ses Unglück. Dieses außerordentliche Debüt ist ein überzeugender Talentbe- weis und eine gute Voraussetzung für eine hoffnungsvolle schriftstellerische Laufbahn.269 Wer ist aber der Autor dieses enthusiastisch aufgenommenen Romans, den die Nordwest Zeitung als „ein zeitloses Kleinod“270 würdigte, die Frankfurter Rundschau als „eines der großen literarischen Geschenke des Jahres“271 begrüßte, und nach dessen Erscheinen im Verlag Hoffmann und Campe die Süddeutsche Zeitung mit folgendem Kommentar reagierte: „Viel mehr kann man von einem Roman nicht verlangen.“272 Zu seinem Lebenslauf sind nur einige lakonische Informationen zu finden. Er kam 1982 in Kirchdorf an der Krems zur Welt und wuchs auf dem elterlichen...

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