Show Less

Überseekauf im Agrarhandel

Die Kontraktpraxis nach GAFTA und Einheitsbedingungen- Eine rechtsvergleichende Darstellung

Series:

Tristan Wegner

Die Abhandlung befasst sich mit der Vertragspraxis im (inter-)nationalen Getreide- und Futtermittelhandel. Sie behandelt dabei auch einen Schnittstellenbereich zwischen Seerecht und Handelsrecht – den Überseekaufvertrag. Die Arbeit beleuchtet die englischen Verträge der GAFTA, die auch von Deutschland aus im internationalen Handel mit Agrarrohstoffen eingesetzt werden. Die Bestimmungen der GAFTA-Verträge werden detailliert kommentiert und mit der deutschen Vertragspraxis verglichen. Dazu werden die im innerdeutschen Handel vorherrschenden «Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel» herangezogen und erläutert. Die Ausarbeitung schließt damit eine Lücke in der deutschen Literatur. Weder die Verträge der GAFTA noch die Einheitsbedingungen wurden bislang hinreichend behandelt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Einführung ins englische Recht

Extract

Die Verträge der GAFTA unterliegen kraft ausdrücklicher Rechtswahl dem eng- lischen Recht: „[…] this contract shall be construed and take effect in accordance with the laws of England […]”355 Daher sollen nachfolgend kurz die Grundlagen zum englischen Vertragsrecht aufgegriffen werden. So werden sich die vertraglichen Erscheinungen besser einordnen lassen. 5.1 Allgemeines zum Vertragsrecht 5.1.1 Rechtsquellen des englischen Zivilrechts In England gilt primär das common law. Dieses ist durch die Rechtsprechung der Gerichte geprägt und blickt auf die Präjudizien (precedent cases) einer Rechtsprechung von Jahrhunderten zurück.356 Dabei muss der Richter sich an die Rechtssätze (ratio decidendi) bereits ergangener Entscheidungen halten und darf schon entschiedene Rechtsfragen nicht erneut aufrollen (doctrine of stare de- cisis).357 Ergänzt wird dieses Fallrecht durch das System der equity, eine Art Bil- ligkeitsrechtsprechung, die angewendet wird, um Lücken zu füllen, die das common law lässt,358 sodass die equity mit der deutschen Rechtsprechung zu § 242 BGB vergleichbar ist.359 Während diese früher noch in einer separaten Ge- richtsbarkeit geltend gemacht werden musste, wurde sie mit den Judicature Acts von 1873 und 1875 mit dem common law vereint.360 355 Alle Verträge der GAFTA, vgl. nur cl. 26 GAFTA 100. 356 Doerfert, JA 1998, 435; Döser, NJW 2000, 1451, 1452; Vgl. zur Geschichte v. Bernst- orff, Einführung in das englische Recht, Bd. 132, S. 3 f.; Blechschmidt, ZfRV (28) 1987, 3. 357 „stare decisis et non quieta movere“, vgl. Plötzgen, Präjudizienrecht im angels...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.