Show Less

Unternehmensnachfolge und Wegzugsbesteuerung

Series:

Stephan Hoyer

Das deutsche Besteuerungsrecht an den stillen Reserven aus Kapitalgesellschaftsbeteiligungen, die der Anteilseigner in seinem Privatvermögen hält, droht verloren zu gehen, wenn der Anteilseigner seinen deutschen Wohnsitz aufgibt. Gemäß dem Abkommensrecht steht nämlich dem Ansässigkeitsstaat das Besteuerungsrecht an dem Veräußerungsgewinn aus den Anteilen zu. Um diesem Verlust des Besteuerungsrechts entgegenzuwirken, fingiert § 6 AStG einen Veräußerungsgewinn. Diese Arbeit befasst sich mit der im Zuge der Neufassung der Norm erfolgten Erweiterung des § 6 AStG auf Fälle der Unternehmensnachfolge. Dabei steht eine an den Prinzipien der Entstrickung, des Unionsrechts und des Abkommensrechts orientierte Anwendung der Vorschrift auf die verschiedenen Nachfolgekonstellationen im Mittelpunkt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 6: Die Unternehmensnachfolge im Rahmen des § 6 AStG

Extract

A. Überblick Von großer Bedeutung für Anteilseigner, die ihre Nachfolge regeln wollen, ist der Ersatztatbestand in § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AStG. Schließlich soll die Weg- zugsbesteuerung nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AStG auch ohne Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht durch Wegzug zur Anwendung kommen, wenn es zu einer Übertragung der Anteile durch ein ganz oder teilweise unentgeltliches Rechtsgeschäft unter Lebenden oder durch einen „Erwerb von Todes wegen“ auf nicht unbeschränkt steuerpflichtige Personen kommt. Die Auslegung des Tatbestandes bereitet in mehrfacher Hinsicht Schwierig- keiten. Allgemein steht zunächst die Person des Erwerbers im Mittelpunkt, der nach dem Wortlaut der Norm nicht unbeschränkt steuerpflichtig sein muss. Hin- sichtlich der Arten der Steuerpflicht differenziert das Ertragsteuerrecht zwischen verschiedenen Formen der unbeschränkten und beschränkten Steuerpflicht. Im Rahmen des § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AStG hat es der Gesetzgeber jedoch unter- lassen, das Merkmal der fehlenden unbeschränkten Steuerpflicht des Erwerbers zu definieren, so dass dieses Merkmal durch Auslegung näher ermittelt werden muss. Anschließend muss die Erweiterung des Ersatztatbestandes auf „Erwerbe von Todes wegen“ unter zwei Gesichtspunkten untersucht werden. Zuerst muss der Steuerpflichtige der Norm ermittelt werden, bevor in einem zweiten Schritt bestimmt werden muss, nach welcher der beiden Alternativen von § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AStG die jeweiligen Nachfolgekonstellationen des Zivilrechts zu qualifizieren sind. Um zu einer sachgerechten Lösung zu kommen, ist jedoch zunächst erforderlich, sich mit der Entstehungsgeschichte und dem Zweck...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.