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Esskulturen

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Edited By Werner Siebel, Hartmut Salzwedel and Ingeborg Siggelkow

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit den Essensgewohnheiten, die sich bei vielen Menschen durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert sehr verändert haben. So erweitert Susanne Finsterer den Forschungsansatz von Spiekermann, Essen kulturell zu analysieren, um Fragen nach der Qualität des Lebensmittels Wasser und des Wassers in Lebensmitteln. Wasser selbst bedarf des Schutzes gegen Risikofaktoren wie Hormone im Grundwasser aus medizinischen Abwässern, Radioaktivität, Mängel an Abwassertechnik und Hygiene. Zu Indikatoren für Ökologie und Nachhaltigkeit zählen Fische. Ernährungs-Bildung und Fair Trade nehmen an Bedeutung zu. Auf Bleibelastung in Wildfleisch verweist Anja Sorges/NABU. Das Ökodorf ZEGG in Bad Belzig stellt Cordula Andrä vor. Nahrungsmittel im Abfall kommentiert Martin Gsell. Kaffee zu rösten statt zu verbrennen empfiehlt Michaela Kühnapfel. Dagmar Werpup erinnert an alkoholfreie Speisehäuser. Zur Entwicklungsgeschichte von Kantinen schreibt Ingeborg Siggelkow. Hartmut Salzwedel betont, wie dringlich es ist, dass Ingenieure und Sozialwissenschaftler bei der Ver- und Entsorgung von Wasser kooperieren, damit Techniken und Handlungsmuster funktional bleiben.

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Werner Siebel: Einleitung

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3 Werner Siebel Einleitung Die Essensgewohnheiten vieler Menschen wurden im 19. Jahrhundert durch die In- dustrialisierung sehr verändert. Die Mahlzeiten wurden zunehmend am Arbeitsort eingenommen. Das Essen in der Arbeitswelt beeinflusste familiäre Gewohnheiten und Riten. Der Beitrag von Ingeborg Siggelkow beschäftigt sich mit der Entstehung der Kantine. Dagmar Werpup verweist auf die Anfänge alkoholfreier Ausschankstellen, die aus dem allgemeinen Trinkzwang für alkoholische Getränke in öffentlichen Lokalen ent- standen. Unter norddeutschen Industriearbeitern führte im 19. Jahrhundert ein gesundheitsgefährdender Branntweinkonsum zu antialkoholischen Gegenbewegun- gen. Als Reaktion auf soziale Notlagen entstand die Idee öffentlicher Volksspeisung. In Bremen entwickelten sich alkoholfreie Speisehäuser, die Ottilie-Hofmann-Häuser. Susanne Finsterer analysiert aktuelle Zusammenhänge zwischen Bio-Qualität von Lebensmitteln und ökologischer Nachhaltigkeit. Es mangelt an beidem, und es kommt vor, dass Versprechen von Bio-Qualität und Realität nicht identisch sind. Finsterer greift Spiekermanns Vorschlag auf, Essen kulturell zu begreifen und Barlösius Forderung, um der Gesundheit und Umwelt willen rein ökonomischen und rein technischen Motiven Grenzen zu setzen. Besondere Besorgnisse gelten ver- seuchtem Trinkwasser (Tritium aus Atomreaktoren, Uran aus Phosphatdünger), für das in Deutschland erst seit 1. November 2012 Grenzwerte gelten, wie Thilo Bode, Foodwatch, mitteilt. Weitere Schwerpunkte sind Fair Trade und Ernährungs-Bildung. Das Lebensmittel Wasser und Wasser in Lebensmitteln ist nicht immer keimarm, was Gefahren birgt. Oft mangelt es an Trink- und Sanitärwasser und ausreichenden Hy- gienestandards. Innovative Wasser- und Abwassertechnik ist Gegenstand internatio- naler Projekte. Wasser selbst bedarf des Schutzes, denn...

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