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Das Berliner Warenhaus- The Berlin Department Store

Geschichte und Diskurse- History and Discourse

Edited By Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Dieser Band widmet sich dem Berliner Warenhaus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die interdisziplinären Beiträge behandeln das Thema im Rahmen der Ökonomiegeschichte, der Frauen- und Antisemitismusforschung, sowie im Hinblick auf Aspekte der Werbung, Stadtplanung und Architektur. Im Zentrum steht die Analyse zeitgenössischer Diskurse und Debatten um das Warenhaus als Symbol der Moderne.
This interdisciplinary volume explores the history of Berlin department stores in the late 19th and early 20th centuries. The contributions consider aspects of economic history, gender-related and Jewish studies, advertising, town-planning, design and architecture. All articles focus on contemporary discourses and debates on the department store as a symbol of modernity.

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„Der Mittelstand stirbt!“Der Kampf zwischen mittelständischem Einzelhandel und Warenhäusern in Deutschland 1890–1933 (Uwe Spiekermann)

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33 „Der Mittelstand stirbt!“ Der Kampf zwischen mittelständischem Einzelhandel und Warenhäusern in Deutschland 1890–1933 Uwe Spiekermann Abstract This article analyzes the complex interaction between department stores and the Mittelstand and its smaller retail businesses. Referring to caricatures in the Fliegende Blätter, it explores public perceptions of social and economic changes of the time. It shows by way of correction of established images that the relationship between the Warenhaus and the Mittelstand cannot be reduced to simplistic binary antagonisms such as ʻmodernʼ and ʻreactionaryʼ. Rather than merely attacking and denouncing the Warenhaus, the medium-sized retail sector also underwent a long-term process of self-exploration. Anfang 1918 wurde Walther Rathenau, leitender Organisator der deutschen Kriegswirtschaft und späterer Außenminister, grundsätzlich: Schwankend ist unsere Stellung zum Warenhause. Wir fühlen, daß ein Unrecht im Spiel ist, wenn wir an die Verödung der Ladenreihen, an die Vernichtung kleiner selbständiger Existen- zen denken; die Billigkeit gewisser Preise und das Aufschießen von Verkaufspalästen steht im Widerspruch; so halten es viele für halben Betrug und täuschende Reklame.1 Der Preis der Konsummoderne sei hoch, so Rathenau, und der nach dem Krieg anstehende Neubau der Gesellschaft solle, ja müsse auf anderen Werten gründen, müsse die Gemeinschaft und den Dienst am Ganzen in den Vordergrund rücken. Rathenau, späterer Vorzeigedemokrat, erfasste klar die Ambivalenz des Bürger- tums im Umgang mit dem Warenhaus, zumal in Berlin. Ihm war bewusst, dass sein Selbstverpflichtungskurs des Bürgertums,...

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