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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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6. Diskriminanzanalyse von zentralen Determinanten des Innovationssystems

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Im Rahmen der Theorie von den Varianten des Kapitalismus stellen Hall/Soskice (2001) die These auf, dass Varianten bezogen auf entwickelte Industrienationen nicht nur im Bereich des Sozialstaats oder der Organisation der Arbeitsmärkte (Esping- Andersen, 1990; Sapir, 2005), sondern auch bezogen auf weitere Bereiche der Volks- wirtschaft, bis hin zum Innovationssystem, auftreten. Sie belegen diese These, indem sie das Patentprofil zweier von ihnen als typisch erachteter Vertreter unterschiedlicher Modelle des Kapitalismus, nämlich das Deutschlands und der USA, einander gegen- überstellen. In dieser Arbeit wurde gezeigt (Kapitel 4.1), dass diese Unterschiede tat- sächlich nicht nur bezogen auf zwei willkürlich gewählte, exemplarische Länder auf- treten, sondern dass es sich tatsächlich um systematisch unterschiedliche Patentspezia- lisierungen bezogen auf Varianten des Kapitalismus handelt. Hall/Soskice (2001) erklären die Unterschiede im Innovationsprofil damit, dass der eine Typ des kontemporären Kapitalismus (die liberale Marktwirtschaft, oft auch als „angelsächsischer Kapitalismus“ bezeichnet) Vorteile im Bereich radikaler Innovati- on, der andere Typus (die koordinierte Marktwirtschaft, seit Albert (1990) als „rheini- scher Kapitalismus“ oder „Rheinmodell“ bekannt) Vorteile im Bereich inkrementeller Innovation aufweist. Verantwortlich dafür seien Unterschiede in der Fähigkeit ökono- mischer Akteure zur Kooperation. Insbesondere gehen sie davon aus, dass (Hall/Soskice, 2001: 28, 32) im einen Kapitalimustyp Technologietransfer bevorzugt über die Kooperation von Unternehmen, im anderen bevorzugt über Marktmechanis- men stattfindet. Wie Taylor (2009) anmerkt, basiert die Erklärung Hall und Soskices, dass Unterschie- de im Patentprofil von Varianten des Kapitalismus Unterschieden bei inkrementeller und radikaler Innovation geschuldet sind, auf...

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