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Transkulturelle Identität und Übersetzungsmodelle skandinavischer Literatur

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Maria Krysztofiak

Dieser Sammelband erfasst ausgewählte Aspekte der literarisch konstruierten Identität und ihrer Umsetzung in narrative Weltbilder in den Werken skandinavischer Autoren. Dabei wird das Thema auf drei Ebenen erörtert, erstens im Rahmen der nationalen Denk- und Erzählmuster, zweitens im Bereich der skandinavischen, übernationalen Erzählung über gemeinsame Geschichte und Gegenwart sowie drittens im Hinblick auf die wirkungsästhetische Kommunikation der durch Übersetzungen skandinavischer Literaturen vermittelten Weltbilder und Kulturchiffren. Die Perspektive der Übersetzung der Literatur aus dem Norden hebt folgende Aspekte der Vermittlung skandinavischer Autoren hervor: die Notwendigkeit und die Art der Wiedergabe der charakteristischen Erzählweise, die auf die altnordische Narrativik zurückblickt, die Möglichkeit der Vermittlung eines durch den individuellen Kulturcode chiffrierten Gesamtkonzepts skandinavischer Literaturen sowie die wirkungsästhetische Bedeutung der Neuübersetzungen.

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Religion übersetzen. Säkularisierung als Thema zeitgenössischerskandinavischer Autobiographien – am Beispiel von Edvard Hoems Heimlandet Barndom. Joachim Schiedermair

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Religion übersetzen 171 Religion übersetzen.1 Säkularisierung als Thema zeitgenössischer skandinavischer Autobiographien – am Beispiel von Edvard Hoems Heimlandet Barndom Joachim Schiedermair 1. Translationale Identitäten Seit einigen Jahren haben literarischen Autobiographien, Autofiktionen oder performativen Biographien2 Hochkonjunktur auf dem skandinavischen Buchmarkt. Erinnert sei nur an die Autoren Tomas Espedal, Karl Ove Knausgård, Nikolaj Frobenius, Aris Fioretos, Carina Rydberg, Claus Beck-Nielsen oder (im Medium des Comics) Simon Gärdenfors und Lene Ask. Interessant erscheinen mir die Autobiographien von Edvard Hoem (Heimlandet. Barndom, 1985) und Per Olov Enquist (Ett annat liv, 2008) sowie Solvej Balles Erinnerungsessay (Frydendal – og andre gidsler, 2008), weil alle drei Texte ihre Geschichten als Säkularisierungsnarrationen anlegen, womit sie als eine der Wurzeln heutiger skandinavischer Gesellschaften nicht nur das sozialdemokratische folkhem, den Funktionalismus der dreißiger Jahre oder die gewaltigen unberührten Naturräume freilegen, sondern auch die prägende Kraft der in Gesamtskandinavien einflussreichen religiösen Strömungen des Pietismus und der Erweckungsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts anerkennen.3 Die genannten Autoren akzeptieren also, dass Teile ihrer eigenen Identität Zusammenhängen entspringen, die sie nicht affirmativ umarmen, deren Relevanz für das autobiographische Selbstdeutungsprojekt sie jedoch nicht leugnen können. Man könnte die Metapher wagen, dass die Autobiographien einen Übersetzungsvorgang rekonstruieren, bei dem die religiöse Vergangenheit in die Gegenwart hinein übersetzt wird. Dies darf jedoch nicht dahingehend missverstanden 1 Der Titel lässt eine Formulierung aus Jürgen Habermas’ berühmt gewordenen Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2001...

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