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Möblierte Vergangenheit, gelebte Gegenwart oder gewohnte Zukunft?

Die Bedeutung und Nutzung der Dinge des Wohnbereichs und ihr Stellenwert im individualbiographischen Lebensverlauf

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Marie-Helene Wichmann

Ist die Wohnung Zeitzeuge unserer Vergangenheit, Spiegel unserer Gegenwart oder Ausdruck unserer Ziele und Wünsche? In welchen zeithistorischen Kontext stellen Wohnende die Gestaltung ihres Lebensumfeldes? Dieser neuen, bisher vernachlässigten Perspektive wird hier in einer empirischen Untersuchung zum Wohnen interdisziplinär nachgegangen. Dabei wird das Wohnen als Gesamtphänomen gesehen und ein wegweisender Beitrag zur Wohnforschung geboten, der auch ein innovatives Untersuchungsmodell vorschlägt. Detailreich und interessant wird das Faszinosum Wohnen nicht nur über die Einrichtung, sondern auch anhand der Raumnutzung betrachtet: Hierbei spielen Aneignungsgeschichte, kulturelle, gesellschaftliche und individuelle Zeitbezüge ebenso wie das Moment der Inszenierung eine zentrale Rolle.

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Methodische Überlegungen

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Diese Arbeit untersucht das Wohnverhalten hinsichtlich der Zukunftsorientiert- heit von Entscheidungen bei der Möblierung, Einrichtung und beim Wohnen selbst. Dabei sollen jedoch keine Fallbeispiele klassifiziert werden oder Fallbei- spieltypologien entstehen (wie etwa bei Debrunner 1997), sondern Muster und Sinnstrukturen auf Basis der Grounded Theory erforscht werden, nach denen sich Einrichten und Wohnen vollziehen und mit denen die Zukunftserwartungen und -wünsche der Befragten verbunden sind. Das methodische Vorgehen ergibt sich aus diesem formulierten Interesse eo ipso als qualitativ 14 , da eine Untersu- chung der subjektiven Sinngebung, welche die Wohnenden „mit ihren Handlun- gen und ihrer Umgebung verbinden, zum empirischen Ansatzpunkt“ (Flick 2000: 29) gewählt wurde. Die Interpretation und Betrachtung des Wohnraumes unter Berücksichtigung der Bewohnersicht – obgleich bei vielen Untersuchun- gen zweifellos immanent gegeben – ist bisher kaum systematisch erfolgt. 15 Indi- viduelle Einschätzungen und Intentionen lassen sich jenseits politischer und rhetorischer Positionen am besten durch eine offen strukturierte Methodik ermit- teln. Diese Vorgehensweise ist deshalb auch in der Wohnforschung valide und besonders aussagekräftig, da gerade auf diesem Weg „Sinnzusammenhänge, also die Meinungsstruktur des Befragten zu erfassen“ ist (Atteslander 2000: 141): Phänomenologisch 16 wird zudem „in der Raumbeschreibung zunächst immer von einer Erfahrungsräumlichkeit“ ausgegangen, „um darin jedoch Ele- mente zu bestimmen, welche den besonderen Modus dieser Erfahrung im All- gemeinen […] charakterisieren“ (Günzel 2007: 23). Deshalb erfolgte die zugrundeliegende Befragung anhand eines themenzentrierten Leitfadens (mehr 14 Qualitative Forschungsmethodik gestaltet per definitionem Methoden so offen, „daß sie der Komplexität im untersuchten Gegenstand gerecht...

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