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Rudolf Asmis (1879-1945)

Kolonialrecht und wissenschaftliche Betätigung als präventive Alternativen für die deutsche Kolonialpolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Benjamin A. Afanvi

Mitten im Zweiten Weltkrieg – 1941bis1942 – während die deutschen Offensiven gegen die Alliierten auf den verschiedenen Schlachtfeldern noch mit Erfolgen gekrönt waren, und während die Kolonialdeutschen auf eine baldige Wiederaufnahme der Kolonialaktivitäten hofften, erschienen die Memoirenbände Erfahrungen meiner kolonialen Wanderjahre (1941) und Kalamba Na M’Putu (1942) von Rudolf Asmis. In beiden Bänden vertritt Asmis die Position der «humaneren Behandlung» der kolonisierten Völker zum Vorteil und Gedeihen des deutschen Kolonialgeschäfts. Wie setzte er diese Position in die Praxis um, da er selbst auf dem Kolonialgebiet tätig war? Wie konnte er als Kolonialherr seine Machtstellung, die die Kolonialeffizienz voraussetzte, mit humanen Gefühlen vereinen? Welche Lösung hatte er für die Rechtsfrage in der deutschen Kolonialpolitik? Die europäische Kolonisation war eine Konkurrenzfrage zwischen den Kolonialmächten. Wie stand Asmis zu den Kolonialrivalen, besonders von 1918 bis zu seinem Tod 1945? Kolonialpolitik, Kolonialgeschichte und Kolonialrecht bilden die zentrale Thematik dieser interdisziplinären Studie, die gleichwohl als Ziel eine autobiografische Darstellung von Rudolf Asmis’ kolonialpolitischem Leben hat.

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Kapitel 3.1 Anlage 1: Die Beschwerden der Akwa-Häuptlinge an den Deutschen Reichstag An den allerdurchlauchigsten allergnädigsten deutschen Reichstag, Berlin. Bonaku, Duala-Kamerun, den 19. Juni 1905. Dem „Deutschen Reichstag“ senden wir die unterzeichneten Häuptlinge von „Bonambela – Duala – Kamerun“ dem heutigen Berichte beiliegend, unsere Beschwerden in nummerierten Bögen, um unsere hohen Herren des „deutschen Reichstag“ in Kenntnis über sämmtlichen [sic] Unfug, der durch das Kaiserliche Gouvernement von „Kamerun“ unter Leitung des Herrn Gouverneur v. Putt- kamer hier bei uns verübt wird, besonders, was er bisher an unseren „King“ uns Häuptlingen und dem ganzen Volke gethan hat. Da solche Behandlungen, wie die beiliegenden Blätter schildern, Unruhe im Lande erregen, und dem Volke leicht Reiz zu Ungeziemtheiten geben, und wir Häuptlinge sowie das ganze Volk dem „deutschen Reiche“ nicht abhängig oder in irgend einen bösen Zustand kommen möchten, wie an- dere ungebildete Völker es gleich gemacht hätten, haben wir für geratener ersehen, unserem „allerdurchlauchigsten allergnädigsten deutschen Reichstag“ die Mitteilung zu machen, damit dort- seits befohlen sein möchte, dass zur Vermeidung etwaiger Unregelmäßigkeiten, die Quälereien des hiesigen „deutschen Gouvernements“ an uns und unserem „King“ ein Ende nehmen möchten. Derartigen Aufführungen des hiesigen „deutschen Gouvernements“ erniedrigen das Land und ver- derben den guten Namen des „deutschen Reiches“! Unser „King“ ist für uns das Oberhaupt des Landes, wenn er nun so viehisch behandelt wird, so können die Gemüter des Volkes sich niemals beruhigen,...

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