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Literatur – Lesen – Lernen

Festschrift für Gerhard Rupp

Daniela A. Frickel and Jan Boelmann

Gerhard Rupp hat sich in seiner herausragenden Forschertätigkeit, zuletzt als Professor für Literaturwissenschaft (Didaktik der Germanistik) an der Ruhr-Universität Bochum, auf die Schwerpunkte Literatur – Lesen – Lernen konzentriert. Die versammelten Beiträge von Forscherkollegen, Weggefährten und Freunden aus verschiedenen Bereichen der Germanistik knüpfen an dieses Forschungsspektrum an. Perspektiviert werden unter anderem aktuelle Aspekte der empirischen Leseforschung, der Lesekompetenz, der Lesesozialisation sowie eines zeitgemäßen und handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts. Aber auch bildungspolitische Fragen und die Debatte um Bildungsstandards und (literarische und sprachliche) Kompetenzen werden hier verhandelt. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge widmen sich überwiegend dem autobiographischen Schreiben, aber auch dem Thema interkulturelle Literatur. Der Band leistet damit auch einen Beitrag zu aktuellen Diskursen der repräsentierten Disziplinen, insbesondere aber der Deutschdidaktik.

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Was bleibt von den „Zeiten der Theorie“? Gerhard Rupps Buch Kulturelles Handeln mit Texten,wiedergelesen nach einem Vierteljahrhundert. Clemens Kammler

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Was bleibt von den „Zeiten der Theorie“? Gerhard Rupps Buch Kulturelles Handeln mit Texten, wiedergelesen nach einem Vierteljahrhundert Clemens Kammler Abstract Der Beitrag setzt bei einer Ende der 1980er Jahre geführten Debatte über den hand- lungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht an. Zielscheibe der damaligen Kritik des Literaturdidaktikers Hans Kügler war u.a. die 1987 unter dem Titel „Kulturelles Handeln mit Texten“ erschienene Habilitationsschrift Gerhard Rupps. In Erinnerung von dieser Debatte blieb vor allem der polemische Ton. Dies wird zum Anlass genommen, die Arbeit nach einem Vierteljahrhundert wieder zu lesen, um die Frage nach ihrem Platz in der Historie der Literaturdidaktik aus veränderter Perspektive zu stellen. 1. „Zeiten der Theorie“ – „Zeiten der Empirie“? Literaturdidaktik nach 1968 Als sich Literaturdidaktiker nach 1968 aufmachten, ihre Disziplin als wissen- schaftliche zu etablieren, stand im Vordergrund ihres Interesses die Frage nach der Bildungsfunktion von Literatur. Diese schätzte man als bedeutend ein. Vom subversiven Potential poetischer Texte liest man in Publikationen dieser Zeit, von ihrer Kraft, verändernd auf unser Bewusstsein einzuwirken1. Literaturunterricht, so auch der Grundsatz der in den 1970er und 80er Jah- ren entwickelten Rezeptionspragmatik, habe die „normsprengende Kraft von Literatur“ zu nutzen, um zur Entwicklung einer humaneren Gesellschaft bei- zutragen2. In dieser Aussage artikulierte sich das bildungspolitische Credo wenn nicht einer ganzen Generation von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern so doch ihrer zu dieser Zeit hegemonialen Fraktion. Man verstand den Lite- raturunterricht als „ästhetische Erziehung“ (Schiller) und war der Überzeu- gung, er könne dazu beitragen, aus Schülerinnen und Schülern autonomere,...

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