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Satz und Text

Zur Relevanz syntaktischer Strukturen zur Textkonstitution

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Edited By Jozef Wiktorowicz, Anna Just and Ireneusz Gaworski

In diesem Band sind 21 (zum Teil erweiterte) Referate enthalten, die anlässlich der Internationalen Tagung zum Thema «Satz und Text. Zur Relevanz syntaktischer Strukturen zur Textkonstitution» vom 21. bis 23. September 2011 an der Universität Warschau gehalten wurden. Das Hauptthema der Tagung war die Relevanz syntaktischer Strukturen zur Textkonstitution, daher konzentrieren sich die Beiträge auf die Analyse solcher syntaktischen Elemente, die auf der Satz- und Textebene in verschiedenen Textsorten eine textverknüpfende Funktion haben. Gegenstand der Analyse sind unterschiedliche Textsorten und Textgattungen. Als empirische Grundlagen dienen hier neben religiösen Texten auch chronikalische Aufzeichnungen, Ratsprotokolle, Privatbriefe adliger Frauen und literarische Texte. Die meisten Beiträge konzentrieren sich auf die frühneuhochdeutsche Periode, in drei Beiträgen steht die althochdeutsche Periode im Zentrum der Analyse und drei weitere Beiträge behandeln die syntaktischen Strukturen in der neuhochdeutschen Zeit.

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Struktur und Textgestaltungsfunktion der Kausalsätze in den protestantischen Leichenpredigten

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Ireneusz Gaworski (Warszawa) Ausgangspunkt für die vorliegende Betrachtung bildet die von Hartweg und W egera in ihrem Buch „Frühneuhochdeutsch“ (Hartweg 2004: 171) geäußerte Feststellung, dass die Syntax m ehr als andere Bereiche der Grammatik den Bedingungen von Gattung / Textsorte und den Gegebenheiten der jew eiligen Vorlage unterliegt. Diese Feststel­ lung, die zugleich als Postulat nach einer viel stärkeren Involvierung der Textsorten­ problematik in die Syntaxforschung betrachtet werden kann, betrifft die frühneuhoch­ deutsche Entwicklungsperiode womöglich viel stärker als andere Epochen der deut­ schen Sprachgeschichte. Die Gründe hierfür sind nicht nur die seit dem 15. Jahrhun­ dert fortschreitende Emanzipierung des Deutschen gegenüber dem Latein, die explosi­ onsartige Entwicklung des Buchdrucks und die anwachsende Bedeutung des geschrie­ benen W ortes, sondern auch eine einzigartige Entfaltung der Textsorten. All das spie­ gelte unterschiedliche gesellschaftliche, kulturelle und mentale Veränderungen wider. Folglich hängt auch die syntaktische Ausgestaltung sowohl der etablierten wie auch der neuen Textsorten unvergleichlich stärker m it ihrer kommunikativ-pragmatischen Zweckbestimmung und ihrer Rezipientenbezogenheit zusammen. Allerdings wurden noch vor kurzem überwiegend kanzleisprachige Texte bei weitgehender Vernachlässi­ gung anderer bedeutsamer Bereiche des Schrifttums (z.B. der Fachprosa) untersucht (vgl. Betten 1998). Erst seit etwa fünfzehn Jahren bekunden Lingusiten an anderen spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Textsorten wesentlich m ehr Interesse. V ie­ le solcher Textsorten finden sich im facettenreichen protestantischen Erbauungsschrift­ tum, das sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, insbesondere aber im 17. Jahrhundert fast explosionsartig entwickelte...

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