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Goethes «Faust» in Hollywood

Motive der Tragödie und des Themas in ausgewählten Filmen

Sven-Ole Andersen

Gerade Goethes Faust eignet sich als Vorlage für Hollywoodfilme. Allerdings handelt es sich dabei um Adaptionen und Transformationen der Thematik, nicht um direkte Übernahmen. Gründe dafür liegen u. a. in den unterschiedlichen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Situationen, die das Deutschland der Goethezeit und das moderne Amerika kennzeichnen. Doch wie schon im Faust zählen heute die positive Auflösung des Konfliktes und eine Liebesbeziehung zu den Bestandteilen eines modernen Hollywoodfilms. Ziel des Buches ist es daher, den Zusammenhang zwischen dem literarischen Werk Faust, in der Version von Johann Wolfgang von Goethe, und amerikanischen Filmversionen darzustellen, die den Pakt des modernen Subjekts mit dem Teufel beinhalten oder bei denen es sich um eine Variation des Faustthemas handelt. Dabei soll deutlich werden, dass diese modernen amerikanischen Filme sich bei der Abbildung problematischer aktueller Gesellschaftsentwicklungen in Amerika auf die Faustproblematik stützen, die bereits von Goethe beschrieben wurde, jedoch keine identischen Übernahmen sind.

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Heinrich Faust wird Jabez Stone:The Devil and Daniel Webster als erster großer Beitrag zur Faustadaption in Hollywood mit deutschem Hintergrund

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73 Heinrich Faust wird Jabez Stone: The Devil and Daniel Webster als erster großer Beitrag zur Faustadaption in Hollywood mit deutschem Hintergrund „Die schlechteste Gesellschaft läßt dich fühlen, Daß du ein Mensch mit Menschen bist.“ Beim Film The Devil and Daniel Webster handelt es sich um einen der bedeu- tendsten „deutschen“ Beiträge zur Verfilmung der Faustlegende und der Verar- beitung des Faustmotivs in Amerika. Hauptgründe dafür sind die inhaltliche Verarbeitung des Teufelspaktes und dessen Auflösung wie auch der kulturelle Hintergrund sowie die früheren Erfahrungen des deutschen Regisseurs William Dieterle mit der Legende vom Faust. Der Film, der unter anderem unter dem Titel All that Money Can Buy veröffentlicht worden ist, stellt die Quintessenz einer Faustverfilmung in Amerika dar (Mitchell 63). Zugleich zeigt sich in den Unterschieden zwischen der deutschen Tragödie und dem amerikanischen Film, wie sich sowohl die kulturellen als auch die historischen Bedingungen unter- scheiden, die den Hintergrund für Goethes Faust und Dieterles Film bilden. Die deutsche Herkunft Dieterles spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Der Regisseur arbeitete bereits als Assistent unter Regisseur F. W. Murnau, der Goethes Faust im Jahre 1926 in Deutschland für das Kino adaptierte. Durch seine Mitwirkung an dem „Meisterwerk des Expressionismus“ konnte Dieterle einerseits seine Erfahrung bei der Verfilmung einer Adaption der Faust-Legende in Amerika einbringen, andererseits musste die Faust-Thematik den Bedürfnis- sen des Publikums in verschiedenen Ländern angepasst werden (Cooksey 20). Bezogen auf den amerikanischen Filmmarkt bedeutet dies, dass...

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