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Zeichen und Stil

Der Mehrwert der Variation- Festschrift für Beate Henn-Memmesheimer

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Edited By Georg Albert and Joachim Franz

Sprache ist stets eingebettet in historische Situationen, in denen Akteure spezifische Interessen verfolgen. Die Auswahlentscheidungen, die sie dabei bezüglich sprachlicher Zeichen treffen, sind soziolinguistisch interpretierbar. Der Fokus auf Varianten als interpretierbare Zeichen führt dann auch zur Einsicht in die unterschiedliche Interpretierbarkeit sprachlicher Zeichen je nach sozio-kulturellem Kontext. Sprachliche Handlungen in ihrem sozio-kulturellen Kontext zu interpretieren ohne auf verallgemeinerbare Aussagen über die Struktur einer Sprache zu verzichten, stellt für die Sprachwissenschaft noch immer eine lohnende Herausforderung dar. Der Band vereint Beiträge, die sich zu dieser Herausforderung positionieren und sich mit den unterschiedlichen Ansätzen in den Forschungsarbeiten von Beate Henn-Memmesheimer beschäftigen.

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Zeichen und Stil. Der Mehrwert von Variation

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Zeichen und Stil. Der Mehrwert von Variation Georg Albert / Joachim Franz Dass sich Linguistinnen und Linguisten zwar auch, aber nicht ausschließlich mit Verbvalenz und Konstituentenstrukturanalysen auskennen sollten, wird Studierenden der Universität Mannheim seit Jahren bereits in der Einfüh- rungsklausur vor Augen geführt, wenn sie Syntaxanalysen an Sätzen wie dem folgenden durchführen: „Britney Spears, US-Pop-Törtchen, hat noch vor ihrer Blitzehe einem Lifestyle-Magazin Erhellendes über sich gesagt“. Für sprachwissenschaftliche Aufgabenstellungen, die über die Bestimmung von Subjekten und Objekten in einem Satz hinausgehen, ist eine umfassende Beschäftigung mit den sozialen und kulturellen Kontexten sprachlicher Kommunikation unerlässlich – oftmals gerade mit den Ecken und Winkeln der Alltagskultur, die man gemeinhin nicht in wissenschaftlichen Arbeiten erwartet. Da muss man etwa genau hinhören, in welchen Kontexten und mit welchen Funktionen Wörter wie Drecksau in der Alltagskommunikation eingesetzt werden. Der Ausdruck gewählte Sprache ist mehrdeutig geworden. Die Sprachformen, die jemand wählt, sind nicht mehr notwendig die, die traditionell als „gewählte Spra- che“ gelten. (Henn-Memmesheimer, Beate: Handlungsspielräume im sprachlichen Variations- feld. In: Der Deutschunterricht 1/2004, 26-40, hier: 38) Der Gebrauch von Sprache wird bei Beate Henn-Memmesheimer stets vor dem Hintergrund weit reichender zeichentheoretischer Überlegungen beschrieben, in deren Mittelpunkt die soziale Konstruiertheit von Bedeutung durch handelnde Akteure steht. Von einem (unideologischen) konstruktivis- tischen Standpunkt aus interessiert sich Beate Henn-Memmesheimer dabei weniger für den referentiellen Aspekt von Bedeutung, sondern vielmehr für die sozialstilistische Bedeutung und handlungsleitende Funktion, welche der Wahl spezifischer Zeichen...

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