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Komplexer religiöser Pluralismus im Rahmen von Philosophie, Naturwissenschaften und Literatur bei Friedrich von Hardenberg (Novalis)

Ein Beitrag zur Europäischen Religionsgeschichte

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Manuela Sekler

Ist heute Religionsfreiheit hierzulande die Regel, so standen im 18. Jahrhundert religiöse Spielräume zumeist nur einer Minderheit offen, den Gebildeten. Denn subjektiv tragender Sinn wird in der europäischen Kulturgeschichte nicht nur durch explizite Religion festgeschrieben, sondern kann unter wechselnden Voraussetzungen auch über andere Felder wie Philosophie, Wissenschaften und Literatur transportiert und gestaltet werden. Vor diesem Hintergrund werden Briefe, Aufzeichnungen und Werke des berühmten Protagonisten der Romantik, Friedrich von Hardenberg, in ihren Kontexten untersucht und in das religionswissenschaftliche Konzept einer Europäischen Religionsgeschichte eingeordnet.

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E Kunst und Religion: Konzepte und Funktionen von „Poesie“ unter dem Gesichtspunkt ihrer religiösen Valenz im „Heinrich von Ofterdingen“ und in dessen zeitlichem Umkreis

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E Kunst und Religion: Konzepte und Funktio- nen von „Poesie“ unter dem Gesichtspunkt ih- rer religiösen Valenz im „Heinrich von Ofter- dingen“ und in dessen zeitlichem Umkreis E 1 Einführung Kapitel E befasst sich vor allem mit Textzeugnissen Hardenbergs zwischen Sommer 1799 und Herbst 1800. Sie erstrecken sich auf die Zeit zwischen dem Beginn seiner Berufstätigkeit nach dem Freiberger Studium bis etwa zum Ende seiner aktiven schriftstellerischen Phase. Außer mit seinem Brotberuf beschäf- tigte sich Hardenberg in dieser Zeit sowohl in praktischer als auch theoretischer Hinsicht vor allem mit dem Bereich von Poesie und Dichtung. Daneben finden sich innerhalb seiner theoretischen Aufzeichnungen im Vergleich zu früheren Ausführungen mehr Überlegungen zum Thema der Religion, wobei diejenigen zur Philosophie etwas zurücktreten. Mit seinem gesteigerten Interesse für den genuinen Bereich der Religion sowie einer stärkeren Hinwendung zu Poesie und Dichtkunst hat Hardenberg neben seinen persönlichen Voraussetzungen und Vorlieben teil an einem gewissen Trend innerhalb des Athenäumskreises, aber auch am darüber hinausgehenden Diskurs um den ab Ende des 18. Jahrhunderts viel thematisierten Poesiebegriff und seinen mitunter weitreichenden Implikati- onen.621 In einer etwas weiteren historischen und systematischen Perspektive bewegt er sich im (Spannungs-)Feld von Kunst und Religion, das seit der Renaissance durch die Autonomiebestrebungen der Kunst innerhalb der europäischen Religi- ons- und Kulturgeschichte zunehmend zum ‚Problem’ geworden war.622 „Mit der Ästhetik und Poetik der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rücken Literatur und Kunst nun in eine so herausragende...

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