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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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3 Geschichte der deutschsprachigen Inseln, Halbinseln und Siedlungsgebiete im 20. Jh.

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Infolge des Gebietsverlustes der deutschsprachigen Länder nach dem Ersten Weltkrieg entstanden neue Sprachhalbinseln in Belgien, Frankreich, Italien (Südtirol), Polen, Ungarn (hier auch deutsche Sprachinseln), Jugoslawien (SHS- Staat/Königreich) und in der Tschechoslowakei (Sudetendeutsche). Auf dem Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie gab es auch mehrere Sprachinseln (Siebenbürgendeutsche, Bukowinadeutsche, Zipsdeutsche, Sudetendeutsche, Bessarabien usw., deutsche Sprachinseln in Mähren). Es gab auch deutsche Sprachinseln in der Sowjetunion und außerhalb von Europa. 3.1 Europa 3.1.1 Eupen-Malmedy (Belgien) Das Gebiet Eupen-Malmedy lag in der ersten Hälfte des 20. Jh. ebenso lange in Belgien wie in Deutschland: - bis 1919 im Deutschen Kaiserreich (seit 1870), - 1919 - 1940 im Königreich Belgien, - 1940 - 1945 im Dritten Reich, - seit 1945 im Königreich Belgien. In der Zeit der Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich (bis 1919) erfolgte eine starke Germanisierung des früher stark romanisierten Landes, in dem die deutsche Sprache zu einem " Unterschichtendialekt" (Polenz 1999: 120) herab- sank. 1876 wurde von Bismarck (Geschäftssprachengesetz) die Einsprachigkeit (Deutsch) in dieser Region eingeführt. 1892 wurde in Arel/Arlon von den Leh- rern und Pfarrern der "Deutsche Verein zur Hebung und Pflege der Mutterspra- che in deutschsprechendem Belgien" und im Jahre 1905 in Montzen der "Deut- sche Verein für die Provinz Lüttich" gegründet. Im Jahre 1895 wurde Deutsch als Amtssprache anerkannt. Trotz der Bemühungen gelang es nicht, das Franzö- sische aus der Schule und der Verwaltung völlig zu verdrängen. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages...

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