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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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14 Qualitative Inhaltsanalyse von Notizen als Notationstext

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14.1 Entdeckungszusammenhang Im Folgenden wird die qualitative Inhaltsanalyse dargestellt, welcher ein Teil der bereits für die Zwecke der quantitativen Inhaltsanalyse untersuchten studenti­ schen Notizen unterzogen wurde. Wie bei dieser Untersuchung mussten auch hier die Notizen unter Berücksichtigung von Notaten der entsprechenden AT und ihrer konsekutiven Verdolmetschungen analysiert werden. Im Interesse methodischer Einheitlichkeit der Arbeit wurden die methodischen Grundsätze hier - soweit es möglich war - wie bei den zwei bereits präsentierten Untersuchungen der empiri­ schen Sozialforschung entlehnt. So wurde hier die Einteilung des Forschungsab­ laufplans in drei Phasen, den Entdeckungs-, Begründungs- und Verwertungszu­ sammenhang, beibehalten. Für eine teilweise Übernahme der methodischen Grundsätze aus der sozial­ wissenschaftlichen Forschung lagen zwei Gründe vor. Der erste war die Tatsache, dass die Unterschiede zwischen dem Ablauf und den Zielen quantitativer und qualitativer Untersuchungen andere inhaltsanalytische Verfahren bei der Daten­ auswertung erfordern (Atteslander 1220 08:197). Der zweite, entscheidende Grund lag darin, dass der Gegenstand der vorliegenden Untersuchung - die Dolmetsch­ notizen - im Zusammenhang mit dem Untersuchungsziel textlinguistisch zu ana­ lysieren war. Deswegen wurden die Notizen auf ihre textsortenspezifischen Merkmale nach dem in Kap. 14.2 präsentierten mehrdimensionalen Texttypologi- sierungsmodell von Heinemann / Viehweger (1991) hin analysiert. Wie bereits in Kap.10.1 gesagt, ist es in der ersten Phase einer Inhaltsanalyse - dem Entdeckungszusammenhang - notwendig, die Interessen, Motive und Ziele darzustellen, die begründen, warum die gegebenen Probleme zu erforschen sind (Atteslander 1220 08:197). Die Motive der vorliegenden Untersuchung gingen - anders als bei...

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