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Der Erwerb von Konstruktionen im Nachfeld

Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES-Daten

Daniela Elsner

Die Arbeit befasst sich zum einen mit der Frage, wie das Ende von deutschen Sätzen beschrieben werden kann, wo es anfängt und wo es aufhört. Zum anderen fragt sie danach, wie Kinder die Konstruktionen erwerben, die am Ende von Sätzen stehen. Auf Basis einer umfangreichen Korpusanalyse wird herausgestellt, dass Kinder sowohl Phrasen als auch Sätze im Nachfeld positionieren. Die phrasalen Elemente zeichnen sich zum Teil dadurch aus, dass sie verfestigte Strukturen darstellen, die ihre ursprüngliche Semantik verloren haben und im Diskurs eine bestimmte Funktion übernehmen. Beim Erwerb sententialer Elemente verlassen Kinder sich zu Beginn sehr stark auf verfestigte Einheiten. Die ersten komplexen Konstruktionen können daher nicht als Haupt-/Nebensatzgefüge analysiert werden.

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3. Das Nachfeld und nachfeldähnliche Strukturen

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In diesem Kapitel wird es darum gehen, eine Topologie des Nachfelds und nach- feldähnlicher Strukturen zu entwerfen, welche als Grundlage für die nachfol- gende Korpusanalyse dienen wird. Kapitel 3.1 beschäftigt sich mit dem Nach- feld. Wir argumentieren dafür, das Nachfeld von den so genannten Herausstel- lungsstrukturen zu trennen und unterscheiden zwei verschiedene Formen der Nachfeldbesetzung: phrasale und sententiale Strukturen. Des Weiteren wird eine Möglichkeit vorgestellt, wie das Nachfeld klar bestimmt und damit eindeutig von Elementen im Mittelfeld oder der rechten Klammer abgegrenzt werden kann. In Kapitel 3.2 wenden wir uns den Herausstellungen zu. Dazu gehören klas- sischerweise Rechtsversetzung und Nachtrag, sowie Apposition und Parenthese. Die Klasse der Rechtsversetzungen ist heterogen und wird aufgespalten in „ech- te“ Rechtsversetzung und Reparatur-Nachtrag (vgl. Averintseva-Klisch 2009). Dabei gilt, dass Rechtsversetzungen neben den phrasalen Strukturen aus Kapitel 3.1 die Ausklammerung besetzen, obwohl sie nicht in allen Eigenschaften über- einstimmen. Der Reparatur-Nachtrag ist eindeutig den Herausstellungen zuzu- rechnen und besetzt zusammen mit den Nachträgen eine Position hinter dem Nachfeld. Bei den Nachträgen wiederum ist eine Reihe unterschiedlicher Typen auszumachen. Sie werden als elliptische Konstruktion verstanden, die durch Koordinationsreduktion entstehen und zu den Herausstellungsstrukturen gehö- ren. Apposition und Parenthese sind syntaktisch nicht als Teil ihres Bezugssat- zes zu analysieren, anders als die klassischen Herausstellungen eröffnen sie je- doch eine neue Informationsebene und können in ihrem Bezugssatz auch initial bzw. intern auftreten. Daher folgen wir Altmann/Hofmann (2008) und bezeich- nen sie als Einschübe in einen Bezugssatz....

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