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Die Musikkritik im Wandel

Eine soziologisch-textlinguistische Untersuchung

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Edited By Susan Holtfreter

Musikkritiken zählen zu den komplexesten Texten. Als journalistische Textsorte wird die Musikkritik in den Massenmedien produziert und steht dabei in Beziehung zum System der Kunst und der Wirtschaft. Veränderungen der Massenmedien und der Kunst haben wiederholt dazu geführt, dass immer wieder die Aufgaben und die Leistungsfähigkeit dieser Textsorte und damit auch ihre Daseinsberechtigung hinterfragt worden sind. Diese Publikation untersucht den Wandel der Musikkritik in einem sich verändernden sozialen System. Statistisch ausgewertete Daten vermitteln einen grundlegenden Einblick in die Präsenz der Musikkritik in den großen Feuilletons deutscher Tageszeitungen. Eine textlinguistische Analyse verdeutlicht, wie variationsreich die Textsorte sprachlich gestaltet ist und welche Funktionen sich dahinter verbergen.

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Kapitel 2: Quantitative Analyse

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Kapitel 2: Quantitative Analyse In Bezug auf eine vermeintliche Krise der Musikkritik wurde wiederholt die Frage in den Raum gestellt, ob diese Textsorte überholt sei. Die Untersuchung in diesem Kapitel soll dazu beitragen, die Diskussion zum Stand der Musikkritik durch statistisch belegte Daten zu bereichern. Es soll geklärt werden, in welcher Frequenz Musikkritiken in den ausgewählten Tageszeitungen erscheinen, wel- chen Stellenwert Musikkritiken über Tonträger und Live-Konzerte einnehmen und wie die musikalischen Stile und Gattungen in der Berichterstattung präsent sind. Das Textkorpus wurde hierfür mittels deskriptiv statistischer Verfahren nach rein quantitativen und einigen qualitativen Merkmalen ausgewertet. Es wurden die Variablen publizierende Zeitung, Textlänge, Art des Textgegenstandes (CD, Buch, Konzert usw.) und das musikalische Genre erfasst und in Kombination einander gegenübergestellt. In einem Vergleich mit den Ergebnissen anderer Stu- dien werden Entwicklungstendenzen der Musikkritik abgeleitet. Die Zuordnung der Textexemplare zu musikalischen Stilrichtungen gestaltet sich methodisch besonders aufwendig. In Kapitel 2.4.1 wird zunächst geklärt, welcher Gattungs- bzw. Stilbegriff für die Auswertung heranzuziehen ist und welche Systematik musikalischer Stilrichtungen für die Untersuchung sinnvoll sein kann. Die Aufarbeitung quantitativ feststellbarer Merkmale der in den erhobenen Onlinezeitungen publizierten Musikkritiken erfordert eine andere Herangehens- weise. Das Angebot an Textexemplaren fällt in diesen Zeitungen deutlich niedri- ger aus. Dabei erscheinen hier nur wenige eigene redaktionelle Beiträge, viele stammen aus den Printredaktionen. Die Musikkritiken sind dafür aber von zu- sätzlichen und teilweise interaktiven Kommunikationsangeboten begleitet, die im Zusammenhang mit den abweichenden medialen Grundvoraussetzungen auf-...

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