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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2007/2008

Mit einer Gesamtbibliografie der Veröffentlichungen des Jahres 2007- In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz, der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jug

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Edited By Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers-Uhlmann and Carola Pohlmann

Die vierzehnte Folge des Jahrbuchs trägt ein weiteres Mal Gedenkjahren Rechnung, die für die Kinder- und Jugendliteraturforschung von Bedeutung sind: Der im April 2008 begangene 100. Todestag Wilhelm Buschs wird mit einem Beitrag von Hans Ries, dem Autor der kritischen Gesamtausgabe von Buschs Bildergeschichten, gewürdigt; auch das 2009 anstehende Heinrich-Hoffmann-Jahr wirft seine Schatten voraus: Unter der Rubrik ‘Miszellen’ findet sich ein Beitrag des Sammlers Ulrich Wiedmann über ein kulturgeschichtliches Kuriosum, den «Kaiser-Struwwelpeter». Luke Springman schließt seine im Jahrbuch 2006/07 begonnene kritische Betrachtung der technischen Phantasien in der Jugendliteratur der Weimarer Republik ab, und mit Beiträgen zur Jugendliteratur der 50er Jahre von Sabine Berthold und zum Gesellschaftsbild des Manga der 90er Jahre von Jean-Marie Bouissou geraten jugendkulturelle Phänomene aus jüngerer und jüngster Zeit ins Blickfeld.

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Das Verhältnis von Bild und Wort in Wilhelm Buschs Bildergeschichten Hans Ries (Gilching) Wilhelm Buschs spezifische Genialität liegt in seiner bildkünstlerischen wie literarischen Doppelrolle. Dabei steht seine literarische Leistung zu einem erheblichen Teil in Bezug zu seiner bildkünstlerischen Produktion, nämlich bei seinen Bildergeschichten, deren Popularität sich ebenso sehr der Überzeugungskraft seiner zeichnerischen Treffsicherheit wie der lako­ nischen Kürze seiner Reimzeilen verdankt. Keineswegs aber gehört zu Buschs Bildergeschichten von Anfang an überhaupt ein Text. Machen wir einen Sprung zurück ins Jahr 1860, als der Niedersachse Busch in München dem Verlag Braun & Schneider, der die Fliegenden Blätter und die Münchener Bilderbogen heraus­ bringt, seine ersten Geschichten in Bildern liefert. Es sind dies "Bilder ohne Worte" , allenfalls mit einer kurzen Prosazeile, in der der Handlungshergang aufs knappste angedeutet ist. Diese Genese macht begreiflich, dass bei Busch das Bild dominiert. Der Autor denkt in Bildern. Sie gehen stets dem Text voraus, und zwar in einem doppelten Sinn: Busch erfindet eine Geschichte, indem er sie zeichnet, Bild für Bild, und erst die vollendete Zeichnungsfolge mit einem Text versieht . Aber auch in der Abfolge innerhalb der Geschichte hat das Bild den Vortritt: es nimmt stets die Pointe vorweg, der Text liefert sie nach. Bis 1 860 also - Busch ist damals ein 28-jähriger Akademieschüler, dem die Lust auf akademisches Malen vergangen ist - hat der Künstler nichts anderes als Bilderfolgen geliefert, die seitens der Fliegenden Blätter mit umständlichen...

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