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Mehrsprachigkeit türkischer Schüler in Frankreich und Deutschland

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Ann-Birte Krüger

Der Band widmet sich der Mehrsprachigkeit und den sprachlichen Repertoires von Schülern mit Migrationshintergrund in Frankreich und Deutschland. Im ersten Teil dieser soziolinguistischen Studie steht die Analyse von Interviews mit Grundschülern türkischer Herkunft in den Regionen zu beiden Seiten des Oberrheins im Mittelpunkt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit sowohl auf den Ausbau der sprachlichen Repertoires in der Schule als auch auf den Sprachkontakt in Schule und Familie. Ausgehend von diesen Analysen liegt im zweiten Teil der Studie der Akzent auf der Schulsprachenpolitik in Frankreich und Deutschland, die einen Erklärungsrahmen dafür darstellt, wie sich bei den Kindern türkischer Herkunft der Ausbau des sprachlichen Repertoires entwickelt. So wird der Frage nachgegangen, welche Stellung den Sprachen und welche Räume der Mehrsprachigkeit in Schulprogrammen, in offiziellen Texten zum muttersprachlichen Unterricht und in innovativen Projekten in der grenzüberschreitenden Untersuchungsregion zugewiesen werden.

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Kapitel 2: Kinder türkischer Herkunft sprechen über ihre Sprachen

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2.1 Die Datenerhebung und Datenanalyse Mehrere Prinzipien sollen bei der Datenerhebung und Datenanalyse besonders berücksichtigt werden: Offenheit und Flexibilität der Forschenden in mehrfacher Hinsicht, so dass diese sich Vorwissen und Einstellungen in Bezug auf den For- schungsprozess, die Fragestellungen, den Untersuchungsgegenstand und die Forschungsinstrumente bewusst sind. Reflexivität in dem Sinne, als dass die Forschenden sich in ihrer Subjektivität als Bestandteil des Forschungsprozesses verstehen und dies darlegen (Steinke 1999), dies wird insbesondere im Zusam- menhang mit der Interviewsituation noch genauer ausgeführt. Für die Analyse der Sprachkontaktsituationen und der Mehrsprachigkeit von Kindern türkischer Herkunft, die im Elsass und in Baden eine Grundschule be- suchen, rücken die Sprachrepräsentationen der interviewten Kinder in den Mittelpunkt des Interesses. Diese helfen zu verstehen, wie die Kinder türkischer Herkunft sich ihr soziolinguistisches Umfeld in ihren Stellungnahmen kon- struieren. Ziel der Untersuchung ist es, die Beziehungen der Kinder zu ihren Sprachen in verschiedenen Kontexten (Familie, Schule, Freunde, Freizeitaktivi- täten, Ferienreisen) zu erfassen, ohne dabei größere soziolinguistische Kontexte – beispielsweise die jeweilige Region als Teil eines Nationalstaates – zu vernachlässigen. Da Mehrsprachigkeit und Schule den Kern der Analyse bilden, ist das schulische Umfeld der Ort der Datenerhebung. Als Instrument wurden teilstandardisierte qualitative Einzelinterviews gewählt. Diese ermöglichen dem Befragten, eigene Aspekte zum Thema einzubringen und individuelle Hand- lungsmuster in mündlicher Interaktion zu entwickeln. Gleichzeitig sind gewisse Strukturen und bestimmte Frageinhalte vorgegeben, die für den Vergleich der Gespräche notwendig sind (Caspari/Helbig et al. 2003, 501-502)...

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