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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Hermann Knebel: Literatur und Geschichte in Felix Dahns "Ein Kampf um Rom"

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Literatur und Geschichte in Felix Dahns Ein Kampf um Rom Hermann Knebel 1. Ein literaturwissenschaftlicher und literaturkritischer Kampf um Felix Dahns Ein Kampf um Rom? (Vom Untergang zur Rettung!) Diese Arbeit, die sich den auffälligen Gattungsstrukturen des ‘historischen Ro- mans’, so der Untertitel, Ein Kampf um Rom von Felix Dahn widmen soll, ist mit simplen methodologischen Gründen leicht anfechtbar. Einmal fehlt ihr die Anschließbarkeit für Forschungsprobleme, weil sowohl quantitativ wie qualita- tiv die wissenschaftliche Diskussion sehr reduziert ist. Es gibt keine nennens- werte Dahn-Literatur, die eine analytisch ausdifferenzierende Problementfaltung gestatten würde. Die geringe Fruchtbarkeit und Varietät der Forschungen zu Dahn sind sicher nicht auf wissenschaftliche Inkompetenz zurückzuführen, eher wird es an der qualitativen Relevanz des gewählten Gegenstands liegen. Ein starkes Anzeichen dafür, dass das Forschungsobjekt in weiten Bereichen so gut wie exhaustiv abgehandelt worden ist, bildet die auffällige thematische Repetiti- on in der Forschungsliteratur (neben der Aufbereitung biographisch einflussrei- cher Stationen in Dahns Entwicklung: die Scheidung der Eltern, das Scheitern von Dahns erster Ehe, die zweite Heirat mit einer ebenfalls schriftstellerisch tä- tigenVerwandten der Droste, die Kreuz- und Querzüge der akademischen Vita, das ‘Kriegserlebnis’ als Sanitäter im Deutsch-französischen Krieg von 1870-71 etc. finden sich unkritische Zusammenstellungen thematisch verwandter Passa- gen aus Dahns Erinnerungen und eine Kompilation markanter Zitate aus dem Romantext selbst). Wissenschaftliche Originalität und Innovativität dürfen denn angesichts dieser Repetitivität nicht erwartet werden. Der Konflikt bzw. die Ko- operation von...

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