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Somatische und emotionale Konzepte in der deutschen und polnischen Phraseologie

Ein lexikografischer Ansatz zum phraseologischen Übersetzungswörterbuch

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Malgorzata Gulawska-Gawkowska

Die Autorin stellt sich die Aufgabe, Übersetzern eine neuartige und wirksame Hilfe bei der Translation von Phraseologismen zu bieten. Sie konzentriert sich auf die drei Bedeutungsbereiche bzw. Konzepte Angst, Verwunderung und Wut. Dazu untersucht sie deutsche und polnische Somatismen, die «Körpermetonymien, Metaphern und konventionelle Mimik und Gestik» aufweisen. Als Ausgangspunkt für ihre Überlegungen und Strategien setzt sie sich mit traditionellen Wörterbüchern und der jeweiligen Darstellung von Phraseologismen auseinander. Diese kritische Sicht hilft ihr, einen neuen Ansatzpunkt zu finden. Er besteht in der Konzeption einer «onomasiologischen Vorgehensweise in zweisprachigen Werken der Zukunft».
(Aus dem Gutachten von Professor Wolfgang Schramm von der Universität Warschau)

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VI. Das Konzept ANGST in der deutschen und polnischen Phraseologie

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Im Motto zu diesem Kapitel werden im kunstvollen sprachlichen Spiel mit den Farben Blau und Rot innere Zustände beschrieben, die sich auf Lebensangst bezie- hen. Die deutsche Übersetzung, in der das rote Grausen und die blaue Melancho- lie86 (Capote 1970: 231-232) als Entsprechungen für die englischen Ausdrücke the mean reds und the blues vorkommen, wirkt künstlich auf den deutschen Leser, der sofort spürt, dass es sich hier um kulturspezifische Elemente handelt, die im Deut- schen anders ausgedrückt werden müssten. Ein multilingualer, onomasiologisch konzipierter Vergleich der Metaphern aus diesem emotionalen Bereich könnte bei der Lösung ähnlicher übersetzerischer Aufgaben sehr hilfreich sein, und vor allem zeigen, dass beide Kollokationen im Deutschen ungewöhnlich sind. Die folgenden Kapitel werden sich vor allem auf somatische Metonymien und Metaphern in zwei Sprachen beziehen und Konzeptualisierungen der aus- gewählten Emotionen im Deutschen und Polnischen veranschaulichen. 1. Sprachlich ausgedrückte Symptome der Angst im Deutschen In onomasiologisch konzipierten Wörterbüchern (Dornseiff, Wehrle/Eggers) finden wir unter dem Stichwort Furcht, Schrecken verschiedene symptomatische 86 Die üblichen Kollokationen im Deutschen würden die schwarze Melancholie und das kalte Grausen heißen. 198 VI. Das Konzept ANGST in der deutschen und polnischen Phraseologie Beschreibungen der Angst in Form von Komposita, Kollokationen und Phraseo- logismen: weiche Knie, mit den Knien schlottern, weich in den Knien werden, Angstschweiß, Herzklopfen, haarsträubend, den Kopf verlieren, Blut schwitzen, Gänsehaut bekommen, die Nerven verlieren, das Blut in den Adern gefrieren lassen, mit den Z...

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