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Falsche Könige zwischen Thron und Galgen

Politische Hochstapelei von der Antike zur Moderne

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Gerhard Menzel

Das Phänomen politisch relevanter Hochstapelei, das heißt falscher Thronbewerber, die zeitweilig Herrschaft ausübten, Aufstände entfesselten, diplomatische Wirrungen verursachten, zumindest aber harte Sanktionen provozierten, begleitet die Geschichte der Monarchien von der Antike bis ins 19. Jahrhundert. Zwar sind die prominenteren Fälle vielfach untersucht worden, aber nur selten wurde das Thema in größeren Zusammenhängen fachhistorisch aufgegriffen. Eine Gesamtschau wurde vor allem populären Sammelbiographien überlassen. Ohne die darstellende Tradition dieser Sammelwerke gänzlich aufzugeben, orientiert sich diese Arbeit streng an den Quellen und der wissenschaftlichen Literatur. Sie bezieht bisher oft vernachlässigte Epochen und Räume ein, greift die Diskussion um Identitätsfragen und politische Hintergründe der Prätendenten auf, setzt die Einzelfälle in historische Zusammenhänge und öffnet den Blick auf die Rezeption des Themas in der schönen Literatur.

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XI. Spanisches

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Vorbemerkung: Mit dem Zerfall des (west)römischen Reiches im Laufe der gro- ßen Völkerwanderung war Spanien unter die Herrschaft der Westgoten geraten. Deren Königreich wurde 711 von den Moslems überrannt. >ur im >orden des Landes hielten sich christliche Herren: so in dem schmalen („westgotischen“) später Asturien genannten Königreich an der >ordküste und in dem baskischen Gebiet von >avarra in den Pyrenäen. Karl der Große errichtete dann um Barce- lona die „spanische Mark“, deren „Markgrafen“ sich bald von fränkischer Oberhoheit emanzipierten. Die christlichen Herrscher Asturiens (bald in Leon und Kastilien geteilt), von >avarra, von dem sich später Aragon löste, und Bar- celona-Katalonien, hinzu kam noch die Grafschaft, später das Königreich, Por- tugal (von Leon abgetrennt), eroberten mühsam in Jahrhunderte langen Kämp- fen, in der sogenannten „Reconquista“ (Wiedereroberung), die iberische Halb- insel von den Moslems zurück. Einer der Helden der „Reconquista“ war König Alfons I. von Aragon und >avarra, genannt „El Batallador“, der „Kämpfer“. Er regierte 1104 bis 1134. Der falsche Alfons1 von Aragon Der „Batallador“ war ein rätselhafter Mann2. In nahezu dreißig Schlachten siegte er über die Moslems. Seine größte Ruhmestat war die Wiedereroberung von Za- ragoza am Ebro 1118. Sein Versuch, 1109 das christliche Spanien durch eine Ehe mit der Königin Urraca (sie führte sogar den Imperatorentitel) von Leon- Kastilien einer Union näher zu bringen, scheiterte jedoch kläglich. Die Ehe war unglücklich und kinderlos....

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