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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Auschwitz-Birkenau und Mauthausen-Gusen im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager: Eine Vergleichsanalyse

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Das Gefängnis- und Lagersystem im nationalsozialistischen Staat wurde zu unvorstellbaren Größenordnungen ausgebaut. Die Zahl der Inhaftierungs­ orte ging in die Tausende. Isoliert wurden Hunderte, später Hunderttau­ sende Menschen. Das bedeutete für diese das Grauen der Haft sowie die brutale Separierung von der äußeren Welt, ihren Familien und Angehöri­ gen. Oftmals war der Tod oder körperliche und geistige Verstümmelung die Folge1. Etwas anders stellte sich die Rolle der Gefängnisse und Lager in den Plänen und Berechnungen der Würdenträger des Dritten Reiches dar. Ihnen zufolge hätte dieses System folgende Funktionen zu erfüllen — eine polizeistaatlich-repressive (Isolierung „unerwünschter Elemente“) so­ wie eine ökonomische (billige Arbeitskräfte). Nach dem Jahr 1941 kam die Aufgabe der Durchführung der Massenvernichtung hinzu2. Mit dem Vor­ anschreiten des Kriegs sowie einem immer größeren vom nationalsozialis­ tischen Deutschland besetzten Gebiet wuchs auch die Möglichkeit, billi­ ge Arbeitskräfte in den eroberten Gebieten zu rekrutieren, an. Besonders von diesem Schwund an human capital betroffen war Osteuropa (vor allem Polen). Vor dem „Anschluss“ Österreichs gab es im Dritten Reich vier staat­ liche Konzentrationslager: Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald und Ra­ vensbrück. Insgesamt befanden sich in diesen Lagern 20000 bis 25000 1 Alicja Rokuszewska-Pawelek, Chaos i przymus. Trajektorie wojenne Polaków — analiza biograficzna [Chaos und Zwang. Wege der Polen im Krieg — Eine biographische Ana­ lyse], Łódź 2002. 2 Andrzej Józef Kamiński, Hitlerowskie obozy koncentracyjne i ośrodki masowej zagłady w polityce imperializmu niemieckiego...

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