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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Gedenkstätten in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern in den von Deutschland besetzten polnischen Gebieten. Die Geschichte der Erinnerung bis zum Jahr 1968

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„[...] monuments may not remember events so much as bury them altogether beneath layers of national myths and explanations!“ [Young 1993:5] Dieser Beitrag stellt eine spezifische und eng umgrenzte Problematik vor, die Art des Gedenkens an den Holocaust. In zeitlicher Hinsicht befasst er sich mit der Zeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1968, in räumlicher Hinsicht hat er die Erinnerungskultur in den ehemaligen Vernichtungsla­ gern Kulmhof am Ner, Treblinka, Sobibor, Belzec und Auschwitz-Birkenau zum Inhalt. Bezüglich letzterem wäre es angezeigt, sich lediglich auf Birke­ nau zu konzentrieren, dem Vernichtungslager der europäischen Juden, doch sind Gedenken und die Erinnerung an diese beiden Lager mittlerweile un­ trennbar miteinander verbunden, so dass sie in diesem Beitrag als Einheit analysiert werden. Die zeitliche Zäsur wurde aus zwei Gründen gewählt. Das Jahr 1968 stellte in Polen den Höhepunkt antisemitischer Hetze dar. Darüber hinaus erlaubt die Festsetzung einer solchen zeitlichen Grenze, die Geschichte des Gedenkens in einem verhältnismäßig langen Zeitabschnitt zu untersuchen, was es ermöglicht, die im Verlauf der Zeit aufgetretenen Veränderungen festzustellen. Die Einschränkung meiner Forschungen auf die ehemaligen Vernich­ tungslager war ursprünglich vom Wunsch nach der Schaffung einer klaren Struktur bestimmt. Jeder dieser Orte kann als Erinnerungsort betrachtet werden, wenngleich nicht in der institutioneilen Bedeutung des Wortes, nicht als Ort eines Museums. Vielmehr geht es um das in der Historiogra­ phie als metaphorische Erinnerung an Erinnerungsorten betrachtete Phä­ nomen als Ort bzw. Schlagwort, an dem sich Erinnerungen herauskristal...

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