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Macht Gender Mainstreaming Gleichstellung?

Eine Evaluierung eines Teilbereiches des österreichischen Arbeitsmarktes anhand der Beispiele Einkommen und Führungsposition

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Eva Heinetzberger

Können Gender-Mainstreaming-Maßnahmen Gleichstellung am Arbeitsmarkt des Öffentlichen Dienstes herbeiführen? Und das speziell in der Frage des Lohn- und Gehaltsgefälles zwischen Mann und Frau und bei den unterschiedlichen Karrierechancen? Zur Beantwortung dieser Frage und zur Überprüfung, welche konkreten Maßnahmen in Österreich bisher eingeleitet wurden, erhebt die Autorin aus zahlreichen bereits vorliegenden Studien und Statistiken Daten, Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Einkommensschere und der Aufstiegschancen von Frauen. Als Basis für die qualitative Evaluierung dienen fünf zentrale Thesen. Diese werden anhand der Erkenntnisse, die aus den leitfadenorientierten Interviews gewonnen wurden, überprüft. Die Schlussfolgerung lautet: die Sinnhaftigkeit des Konzeptes Gender-Mainstreaming wird nicht in Frage gestellt, es kommt aber sehr darauf an, ob eine konsequente Umsetzung des Instruments in den kommenden Jahren gelingt.

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A. Teil 1: Ausgangslage und Forschungsgrundlagen

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13 1. Einleitung Die österreichische Regierung hat mit Ministerratsbeschluss vom 11. Juli 2000 die Einführung und Umsetzung von Gender Mainstreaming beschlossen (BMSG 2002, 1f), denn es war nicht zu übersehen, dass die Gleichstellung von Mann und Frau weder in der Gesellschaft noch in der Wirtschaft erfolgt ist. Zahlrei- che Untersuchungen untermauern dieses nicht zufrieden stellende Ergebnis (vgl. Jarosch 2001, 102; Verloo 2001, 6ff; Gatrell/Cooper 2007, 58f). Feministische Forscherinnen haben nachgewiesen (vgl. Stiegler 2002a, 5; Behning/Sauer 2005, 12), dass die hierarchische Geschlechterordnung noch immer im politischen Han- deln, in politischen Institutionen und Systemen eine wichtige Rolle spielt und diese „geschlechtsspezifische Verteilung von ökonomischer, kultureller und sym- bolischer Macht (…) bedeutet ein Demokratiedefizit“ (Jarosch 2001, 11). Gender Mainstreaming wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen, um diese hierarchische Geschlechterordnung aufzubrechen. Es ist eine reichlich kontrover- sielle Debatte, die sich rund um Gender Mainstreaming seit seiner verpflichten- den Einführung entsponnen hat. Während die einen Gender Mainstreaming als Instrument ansehen, das Geschlechterdemokratie zum Thema für die politischen und administrativen Spitzen des Landes machen wird, sehen andere darin ledig- lich eine neue Methode oder Technik, die im Rahmen von Qualitätsmanagement und Verwaltungsmodernisierung eingeführt wird (vgl. Weg 2003a, 32). Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Diskussion: auf der einen Seite diejenigen, die das Konzept als Aufforderung und Chance sehen, die Geschlechterpers- pektive in Politik, Organisationen und Verwaltungen einzubringen und auf der anderen Seite diejenigen, die dahinter nichts als ein im Kontext von Managing Diversity betriebswirtschaftliches Kalkül mit...

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