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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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Der Alligator und seine kulturpoetischen Funktionen in der Geschichte der USA: Daniel Stein

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Das Zerrbild der Hunde 90 5. Fazit Zusammenfassend lässt sich der Mops damit stets im Kontext spezifischer Prob- leme der bürgerlichen Rollenbilder und Verhaltensformen feststellen. Aus der Rolle fallende, stigmatisierte und isolierte Figuren, die nicht aktiv zur Reproduk- tion der Gesellschaft beitragen auf der einen, der Mops als ihr Begleiter und Symbol von Unfruchtbarkeit, Dekadenz und Nutzlosigkeit auf der anderen Seite verkörpert das Tragische im Lächerlichen und Grotesken. In diesen Zuschrei- bungen entsprechen sich bürgerliche Moral und kapitalistische Leistungsideolo- gie, die zusammen jene sozialen Exklusionen begründen, die der ,Verstoß‘ ge- gen das heteronormative Geschlechter- und damit einhergehende (re-)produktive Familienideal nach sich zieht. Der Mops als Marker verschiedener, aber doch verwandter Probleme gibt als „Zerrbild der Hunde“ also auch in den von ihm begleiteten Figuren ein „Zerrbild des Bürger(tum)s“ zu erkennen, das überall dort aufscheint, wo mehr- heitsgesellschaftlich definierte Rollen nicht idealtypisch erfüllt werden können oder erfüllt werden wollen. Dort, wo die heteronormative Definitionsmenge be- stimmte Personen und Gruppen ausschließt, können sie dennoch in der Literatur zu ihrem Recht kommen und als subversive Figurationen gesetzt werden, mitun- ter aber nur dann, wenn sie entsprechend camoufliert sind. Der Alligator und seine kulturpoetischen Funktionen in der Geschichte der USA Daniel Stein Einleitende Anmerkungen: Armstrong und der Alligator Dieser Aufsatz beginnt mit einer Anekdote, an der sich meine Beobachtungen über die kulturpoetischen Funktionen des Alligators in der US-amerikanischen Geschichte veranschaulichen lassen. Anekdoten sind spätestens seit dem Auf- kommen...

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