Show Less

Sprache und Musik

Hommage an Georg Heike

Series:

Edited By Ulrike Groß and Michael Thiergart

Diese Festschrift ist als Hommage an Georg Heike von zweien seiner Schüler entstanden. Im Zentrum von Heikes Schaffen standen Wissenschaft und Kunst, Sprache und Musik: Georg Heike hat Schallforschung immer fachübergreifend gesehen und betrieben. Während er das Institut für Phonetik der Universität zu Köln leitete, standen die Türen Wissenschaftlern und Künstlern gleichermaßen offen. Diese Offenheit soll dieser Band widerspiegeln, in dem Kompositionen und wissenschaftliche Texte nebeneinander stehen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Angelika Braun und Corinna Darimont: Was macht eine Stimme attraktiv – und für wen?

Extract

117 Was macht eine Stimme attraktiv – und für wen? Angelika Braun und Corinna Darimont, Trier Mehr als die Schönheit selbst bezaubert die liebliche Stimmen. Jene zieret den Leib sie ist der Seele Gewalt. Diese Beobachtung Johann Gottfried Herders (1744-1803) findet ihren vielfälti- gen Niederschlag im modernen Alltag: Nachrichtensprecher, Synchronsprecher und Sprecher in Werbespots werden nach stimmlichen Kriterien ausgewählt, die den Vorstellungen einer breiten Klientel von der entsprechenden Rolle entge- genkommen (Slembek 1995). Für zahlreiche Stummfilmstars (z.B. Bruno Kast- ner, aber auch Buster Keaton) war die Karriere mit Einführung des Tonfilms abrupt beendet, weil sie entweder Sprechfehler aufwiesen oder ihre Stimmen nicht der Zuschauererwartung an die jeweilige Rolle entsprachen. Diese Beispie- le zeigen, dass der stimmliche Eindruck erheblich zur Einschätzung der Persön- lichkeit eines Menschen beiträgt. Ein verbreitetes Sprichwort besagt ferner, dass Schönheit im Auge des Betrach- ters liege. Die Frage ist, ob sich dies auf den auditiven Kanal übertragen lässt, ob mithin stimmliche Schönheit (=Attraktivität) sozusagen auch im Ohr des Zuhörers liegt. Dass dies in der Tat der Fall ist, wird durch zahlreiche Studien nahegelegt, die eine insgesamt hohe Übereinstimmung hinsichtlich der Hörerur- teile zu diesem Thema konstatieren. Zuckerman et al. (1990) fanden beispiels- weise eine interjudge reliability von .85 (vgl. auch Feinberg et al. 2005, Hughes et al. 2004, Bruckert et al. 2010, Zuckerman / Driver 1989). Allerdings erweist sich, dass unterschiedliche Rezipientenpopulationen in spezifischer Art und Weise auf Stimmen reagieren. Eine naheliegende Differenzierung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.