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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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XIII. Theoretisches und Methodologisches zu Literatur-Musik-Beziehungen, insbesondere zum Wort-Ton-Verhältnis

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In den letzten Jahrzehnten entstand im deutschsprachigen Raum eine Reihe von Veröffentlichungen, in denen die Autoren die Problematik der Beziehungen und Wechselwirkungen, Analogien und Verbindungslinien zwischen Literatur und Musik, Text und Musik, Wort und Ton, das Wort-Ton-Verhältnis, Sprache und Musik, Form- und Strukturparallelen zwischen Literatur und Musik, ihre Um- setzungsversuche u.dgl.m. zu ihrem Gegenstand gemacht haben. Es sind jedoch eher curriculare Skizzen und Entwürfe als komplexe Forschungen über dieses Thema, denn die Zugriffe auf diese Problematik gehen von verschiedenen Seiten aus: von der literaturwissenschaftlichen, sprachwissenschaftlichen, musikwis- senschaftlichen, kunsttheoretischen, ästhetischen usw. Dies deutet einerseits auf die Vielschichtigkeit dieses komplexen Themas hin, auf die Verwandtschaft und gegenseitige Befruchtung der beiden „Zeitkünste“ (Bachmann, Musik, 1959, S. 23) sowie auf die Mannigfaltigkeit und Verwicklung ihrer Beziehungen und an- dererseits auf das Interesse, das dieses Forschungsgebiet bei den Wissenschaft- lern aus den benachbarten Disziplinen erweckt. Es entstehen dabei grundlegende Fragen: Wer soll sich mit dieser "interdisziplinären Materie" (Weisstein, Zur wechselseitigen, 1973, S. 152) befassen? In wessen Forschungsbereich gehört sie? Reichen die in Literaturwissenschaft und Musikwissenschaft angewandten Kategorien und Begriffe für ein integrales Studium der Wechselwirkungen und Beziehungen beider Phänomene aus? Verfügen die beiden Disziplinen über ein präzises Instrumentarium zur Ergründung dieser umfangreichen Problematik? Ulrich Weisstein greift in seinem Beitrag „Zur wechselseitigen Erhellung der Künste“ diese Problematik auf und schreibt: „Ob das Studium von Dichtung in ihrem Verhältnis zu den bildenden, tönenden und darstellenden Künsten zu den- jenigen Gegenständen geh...

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