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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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XV. Die Komponistin vertont das Gedicht Der Polen Mai / Deine Seele ist voll Sorgen

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In dem vorliegenden Kapitel konzentriere ich mich auf die rhythmischen, metri- schen, stilistischen und klanglichen Mittel, die der unbekannte Verfasser in sei- nem Gedicht „Der Polen Mai“ bevorzugte und die dann die Vertonung dieses Gedichtes durch Annette von Droste-Hülshoff wesentlich beeinflussten. Das 23. Lied in der Sammlung „Kompositionen. Lieder & Gesänge”, bear- beitet von Thomas W. Ascher (Hrsg.), gedruckt in der Druckerei im Springer Verlag, Trossingen im Jahre 1998, trägt den Titel „Der Polen Mai“. Die Musik stammt von Annette von Droste-Hülshoff, der Verfasser des Textes ist unbe- kannt. Kansteiner schreibt aber: „Es ist nicht völlig auszuschließen, daß der Text zu Der Polen May von der Droste stammt, da sie noch ein anderes Polenlied, ein allegorisches Dialoggedicht mit dem Titel Der kranke Aar gedichtet hat. Diesen Text hat sie mit dem ursprünglichen auf Polen verweisenden Titel Der weiße Aar auch vertont. Der Text von Der Polen May ist jedoch nur in einem Hand- schriftenkonvolut enthalten, das vorwiegend Abschriften aus fremden Textquel- len enthält. Allerdings ist für diesen Text eine fremde Quelle nicht ermittelt worden, vor allem nicht bei Adam Mickiewicz und anderen Autoren, die Polen- lieder verfaßt haben. Die Tatsache, daß die Abschrift des Textes sich in MAVII 24 findet, dem Manuskript, das die Droste im Zusammenhang mit Laßbergs Ge- burtstag am 19. März 1836 anfertigte, läßt darauf schließen, daß sie den Text dieses Polenliedes ebenfalls um diese Zeit herum fand oder schuf, denn die Tex-...

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