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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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XX. Opernkompositionen

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Ihre vier Opern wurden leider nie vollendet. Es geht hier um die Opern: „Baby- lon“, „Der blaue Cherub“ nach Adam Oehlenschlägers Lustspiel „Tordenski- old“, „Geelerensklave“ und „Die Wiedertäufer“. Robert Schumann soll sich über seine Frau Clara Wieck bemüht haben, „von ihr [der Droste] einen Opern- text zu erhalten, doch konnte sie sich nicht dazu entschließen“. (MGG, 1989, Bd. 3, S. 826) Annette berichtet darüber in einem Brief vom 5. Juli 1845 aus Abbenburg an Werner von Droste-Hülshoff in Hülshoff: „Ich habe wieder einen wunderlichen Brief bekommen, von einer jetzt sehr berühmten Klavierspielerin (sie unterschreibt sich ‚Kammervirtuosinn S. Majestät des Kaisers von Oester- reich‘), Clara Wieck, die an einen Componisten Robert Schumann verheiratet ist, der seit Kurzem durch eine Oper ‚das Paradies und die Peri‘ Aufsehen ge- macht hat. – Sie schreibt etwas ängstlich und sehr complimentös; Ihr Mann wünsche eine neue Oper zu componieren, sei aber mit den vorhandenen Texten und Schriftstellern nicht zufrieden und habe so oft geäußert, wie glücklich es ihn machen würde von mir eine Dichtung zu diesem Zwecke erhalten zu können, wie er aber nicht den Muth habe mich darum zu bitten, daß ich es ihr, als seine Frau, verzeihen werde, wenn sie unter der Hand, wage, was er nicht wagen mö- ge, da es ihr eine gar zu große Freude wäre, wenn sie ihn mit meiner Zusage überraschen könnte etc. Der Brief war von Dresden datiert....

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